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Vater einer 640-köpfigen Familie
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30.11.2006 | Artikel aus dem Züricher Unterländer vom 29.11.2006 | von Marco Häusler
Jörg Bosshart ist Präsident des Fussballclubs Wallisellen. «Das ist meine Familie», sagt er. Ihr «Vater» ist er schon zum 2. Mal – mit Leib und Seele.
Der zehnjährige Sohn Sascha spielt bei den Junioren, seine Frau Arina arbeitet im Restaurant «Spöde» des Walliseller Sportzentrums, und dort trifft man Jörg Bosshart praktisch täglich an. Der 50-jährige Präsident des Fussballclubs Wallisellen (FCW) arbeitet als Informatiker bei der UBS und rackert sich daneben mit Leib und Seele für den FCW ab. Schon zum zweiten Mal. 1984 bis 1996 präsidierte er den Verein, «dann hatte ich mit Hans Rindlisbacher einen Nachfolger gefunden», sagt er. Für vier Jahre. Denn der Ball blieb zwar rund, nicht mehr ganz rund gelaufen sei es aber beim FCW, sagt Bosshart. Also feierte er 2000 sein Comeback als Präsident und wird das wohl auch noch ein Weilchen bleiben. Wie lange, könne er nicht sagen, aber : «Im Moment habe ich sehr viel Energie und Freude, und ich bin Einer, der die Kontinuität liebt.»

Hohe Ziele mit eigenen Spielern

Mehr als nur ein bisschen Leidenschaft verbindet Bosshart mit dem Fussball. «Mein Vater hatte mit 32 Jahren einen Herzschlag», erzählt er. «Er starb auf dem Fussballplatz.» Der FCW sei für ihn darauf so etwas wie eine Ersatzfamilie geworden.
Familiär will er den Verein denn auch führen. Möglichst viele Walliseller sollen ihm angehören, lautet eines der Ziele. Das sportliche: bis 2010 in die zweite Liga aufzusteigen. Als Wintermeister ist das Fanionteam auf dem besten Weg dorthin. «Für mich noch nicht», sagt Bosshart zwar. «Die Mannschaft ist reifer geworden, aber es hat noch zwei bis drei weitere Vereine, die mitreden werden.» Der FC Kloten sei so einer. Er liegt mit drei Punkten Rückstand auf dem zweiten Tabellenplatz und wird der erste Gegner der Rückrunde sein. «Das wird ein richtungsweisender Match», ist Bosshart davon überzeugt.

Überzeugend hat sich der FCW unter seiner Führung weiter entwickelt. Allein die Anzahl aller Juniorinnen und Junioren hat sich seit 2000 auf heute rund 330 verdoppelt. Rund 640 Mitglieder zählt der Verein insgesamt, die 22 Teams spielen und trainieren mit einem Jahresbudget von fast 250 000 Franken.

Gala zum runden Geburtstag

«Jeder, der bei uns Fussball spielen will, ist herzlich willkommen», erklärt Bosshart. «Unsere Aufgabe ist der Breitensport.» Mit engen Grenzen. Spieler einzukaufen, wie das zum Teil bei Zweitligisten gemacht werde, kommt für ihn beispielsweise nicht in Frage. Der Nachwuchs soll möglichst aus den eigenen Reihen rekrutiert werden.
Das gilt für Spieler und Trainer. Oft würden Väter zu Betreuern, weil sie ihre Sprösslinge an Spiele begleiten, sagt Bosshart. «Wenn einer zweimal im Trainingsanzug am Spielfeldrand stand, ist er praktisch schon Trainer des FCW.»

Sie und alle volljährigen Mitglieder sind nun zum 85-jährigen Bestehen des grössten Walliseller Clubs zum ersten Mal zu einem Gala-Abend eingeladen worden. Er findet am Samstag, 2. Dezember, im «Doktorhaus» statt. Fortgesetzt wird damit eine Tradition, die bisher als jährlicher Familienabend gepflegt wurde. «Das hat sich tot gelaufen», sagt Bosshart, «aber sterben lassen wollten wir den Abend nicht.» Supporter-Präsident René Dieterle habe sich darauf um die Organisation in neuer Form gekümmert.
Nicht neu erfunden werden muss der Fussball. Die Popularität des Sportes begründet Bosshart nicht nur mit den Erfolgen der Nationalmannschaft. Fussball spielen, könne eben jeder: «Wenn man zehn 60-Jährigen einen Ball zuwirft, sind sie stundenlang beschäftigt.»
 
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