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Der Chef des Walliseller Abwehrbollwerks
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30.03.2007 | Artikel aus dem Tages-Anzeiger vom 30.3.2007 | von Nicole D'Orazio
Carmine Lotti bestreitet erst seine zweite Saison beim FC Wallisellen in der 3. Liga. Die Fäden der Abwehr hat er beim Leader bereits in der Hand.
Beste Liga-Defensive: Carmine Lotti (2. v. l.) und seine Verteidigerkollegen.
Seit Sommer 2005 sorgt Carmine Lotti in der Verteidigung des FC Wallisellen für Ordnung. In dieser Saison hat der Drittligist in elf Spielen nur sechs Treffer kassiert. Der Innenverteidiger hat einen grossen Anteil daran. «Lotti ist unser klarer Abwehrchef und daher sehr wichtig. Von seinen Teamkollegen ist er in einer Umfrage kürzlich zum besten Fussballer gewählt worden», sagt Thomas Maag. Der Trainer lobt auch Lottis Einstellung, immer alles zu geben. «Seine Schwächen sind einzig, dass er noch etwas fitter sein könnte und sein Deutsch.» Der Neapolitaner ist vor zwei Jahren in einer spontanen Aktion in die Schweiz gekommen. «Ich und meine Frau Nina, die italienisch-schweizerische Doppelbürgerin ist und aus Wollishofen stammt, haben uns innerhalb eines Monats dazu entschlossen», erzählt der 26-Jährige. «Für mich war es schwierig, alles zurückzulassen.»
Wegen dem Sohn in die Schweiz
Seine Frau habe er in Neapel kennen und lieben gelernt, als sie dort in den Ferien weilte. Bald zog sie zu ihm nach Italien. «Als vor drei Jahren unser Sohn Angelo auf die Welt gekommen ist, machten wir uns erste Gedanken», erinnert sich Lotti. Für ein Kind sei es unter den heutigen Umständen schwierig, in der Stadt am Vesuv aufzuwachsen. «Bei mir war das noch kein Problem, aber heute sehe ich grosse Schwierigkeiten.» Dem Sohn zuliebe hätten sie sich darum entschieden, nach Wollishofen zu ziehen. «Meine Familie - insbesondere meine Mutter - war sehr skeptisch», sagt der Fussballer. «Aber heute freuen sich alle für uns. In der Schweiz kann man ein Kind viel sorgenfreier aufwachsen lassen.»
Trennen musste sich Lotti nicht nur von seiner Familie und den Freunden, sondern auch von seinem Fussballklub. Vier Jahre lang hatte er bei Real Aversa in der Serie Eccellenza (sechsthöchste italienische Liga) gespielt, vorher gehörte er fünf Jahre dem Kader von Arzanese an. «Das war nicht ganz so schlimm, weil ich mich gerade mit dem Trainer zerstritten hatte», erzählt der SSC-Napoli-Fan mit einem Schmunzeln. «Ich hätte mir wohl sowieso einen neuen Verein gesucht.» Dass er nun bei Wallisellen gelandet ist, verdankt er Captain Fabio Vaia. «Er ist ein Freund meiner Frau und vermittelte mich. Darüber war ich sehr froh.»
Alle Teamkameraden halfen
Doch nicht nur Vaia half Lotti, sich in der Schweiz einzugewöhnen, sondern das ganze Team. «Ich bin allen dankbar, dass sie mich so nett aufgenommen und unterstützt haben», so der Neapolitaner. Seine Arbeitsstelle als Elektomonteur in Wallisellen habe er zum Beispiel dank einem Teamkollegen erhalten. Seine Mitspieler helfen Lotti auch, wenn es mit der Kommunikation etwas hapert. «Als wir in der Schweiz ankamen, besuchte ich einen dreimonatigen Intensivkurs», berichtet er. «Bei der Arbeit und auf dem Fussballfeld lerne ich nun ständig dazu», meint er. Zudem spreche seine Frau mit ihm nur Deutsch. Stolz mache ihn, dass Angelo bereits beide Sprachen beherrsche. «Ganz so gut bin ich noch nicht.»
Erstaunt war Lotti, als er feststellte, dass der Fussball in der Schweiz einen ganz anderen Stellenwert geniesse, als dies in Italien der Fall ist. «Ich hatte mir die Fussballszene etwas professioneller vorgestellt.» Auch wenn es mit einer Profikarriere nicht geklappt hat, erhielt Lotti für seine Einsätze jeweils eine Entschädigung. «Mit 15 Jahren bekam ich zum ersten Mal zwischen 300 000 und 400 000 Lire als Prämie. Das war für mich enorm viel Geld», erinnert er sich mit einem Lachen. «Dass man in der Schweiz zahlen muss, um mitspielen zu dürfen, war für mich völlig fremd.»
Mittlerweile habe er sich arrangiert, und es gefalle ihm sehr gut beim FC Wallisellen, versichert Carmine Lotti. Sein Ziel sei nun, mit der Mannschaft in die 2. Liga aufzusteigen. «Wir haben ein junges Team mit viel Potenzial», ist er sich sicher. Abgeneigt, in einer höheren Liga zu spielen, wäre er nicht. «Aber das lasse ich alles mal auf mich zukommen.» Wichtig sei nun der Start in die Rückrunde.
 
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