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Kulturprojekt "Mitmensch"
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  Kulturprojekt "Mitmensch"
 
Projektleiter:
Jörg Bosshart
Bei diesem Pilotprojekt nehmen insgesamt 24 Trainer und Betreuer teil. In Workshops wird unter der Leitung der Erwachsenenbildnerin Karin Baasch an Situationen aus dem Alltag der Umgang mit fremden Kulturen mittels transkultureller Kommunikation vermittelt.
«Die Integrationspolitik in der Schweiz funktioniert in erster Linie auf Grund der guten wirtschaftlichen Konjunktur und wegen der pragmatischen Kultur, in der Fussballtrainer vermutlich als nützlichere Integratoren gelten als Veranstalter von Antirassismuskursen», schrieb Martin Beglinger im «Magazin» vom 11. November 2006.
In der Tat steigen die Anforderungen an die Trainer im Jugend- und Kinderfussball nicht zuletzt auch deshalb stetig, weil der Anteil an Kindern aus anderen Kulturen immer grösser wird. Der FC Wallisellen will seine Junioren- und Juniorinnen-Trainer/-innen bei dieser Aufgabe verstärkt unterstützten und lanciert deshalb das"Kulturprojekt Mitmensch".
Bei diesem Pilotprojekt nehmen insgesamt 24 Trainer und Betreuer teil. In Workshops wird unter der Leitung der Erwachsenenbildnerin Karin Baasch an Situationen aus dem Alltag der Umgang mit fremden Kulturen mittels transkultureller Kommunikation vermittelt. "Wir erhoffen uns von diesem Engagement, dass unsere Trainerinnen und Trainer fremde Kulturen besser verstehen lernen und damit ihrer verantwortungsvollen Aufgabe noch besser erfüllen können", sagt FCW-Präsident Jörg Bosshart. Der erste Workshop findet am 18. April 2007 statt.
Am FCW-Trainer-Weiterbildungsweekend in Dornbirn, das im November 2007 stattfindet, werden die Erfahrungen des "Kulturprojekts Mitmensch" analysiert und über eine allfällige Weiterführung entschieden.
Artikel aus dem Tages-Anzeiger vom 20.4.2007. Von Andreas Mäder
So kann Integration gelingen: Der Fussballclub Wallisellen schult Trainer im Umgang mit fremden Kulturen.
Wallisellen. – «Ihr seid Versuchskaninchen», warnt Jörg Bosshard, Präsident des Fussballclubs Wallisellen, die acht Trainer, die im Versammlungsraum des Restaurants Spöde beim Fussballplatz im Kreis sitzen. In der Mitte des Raums steht ein Flip-Chart. Darauf geschrieben sind Begriffe wie «Das Fremde», «Stereotypen» «Familienstruktur» oder «Kommunikationsstile». Ein ungewohntes Programm für die Fussballtrainer. Für einen Abend haben sie die Trainer- mit der Schulbank getauscht. Und statt über 4–4–2, Eckbälle und Penaltys, diskutieren sie heute mit der Erwachsenenbildnerin Karin Baasch über fremde Kulturen und Integration.
«Kulturprojekt Mitmensch» nennt sich das Pilotprojekt des FC Wallisellen, das am Mittwochabend zum ersten Mal durchgeführt wurde. In Kursgruppen zu acht Teilnehmern besucht fast der ganze Trainerstab des FC Wallisellen den Kurs. «Ich möchte mit dem Kurs Verständnis für die verschiedenen Kulturen wecken», beschreibt Vereinspräsident Bosshard das Ziel des Abends. Er habe festgestellt, dass die Arbeit der Trainer durch den zunehmenden Ausländeranteil im FC Wallisellen anspruchsvoller werde. Im Fussballklub sind Menschen aus rund 30 Nationen aktiv. Mit unterschiedlichen Religionen, unterschiedlichen Essgewohnheiten und unterschiedlichen Hygienevorstellungen. Das Verständnis für kulturelle Unterschiede beginnt für Jörg Bosshard im Fussballalltag: «Wenn ein Junior Ramadan feiert und darum nicht an einem Spiel teilnehmen kann, dann muss das der Trainer akzeptieren.» Mehr...(gesamter Artikel als PDF, 1.35MB)
Artikel aus dem Anzeiger von Wallisellen vom 26.4.2007. Von Adis Merdzanovic
Mit dem «Kulturprojekt Mitmensch» startete der FC Wallisellen letzte Woche ein Pilotprojekt, welches die Trainer im Umgang mit den unterschiedlichen Kulturen schulen soll. Nach dem ersten Workshop zogen alle Beteiligten ein positives Fazit: Integration durch den Fussball ist möglich.
Neugierig und gespannt sassen die acht Trainer des FC Wallisellen zusammen mit ihrem Präsidenten Jörg Bosshart am vergangenen Mittwochabend in einem der Nebenräume des Restaurants «Spöde».Keiner wusste genau, was auf ihn zukam, dennoch blickten alle aufmerksam auf eine in der Mitte des Zimmers aufgestellte Tafel, die den Ablauf des Abends präsentierte. Auf dem Programm standen die Auseinandersetzung und der richtige Umgang mit fremden Kulturen. «Unser Ziel ist es, Alltagssituationen zu thematisieren, in welchen sich die Fussballtrainer immer wieder vorfinden», sagte Erwachsenenbildnerin Karin Baasch, die den Kurs leitete. Die Ziele waren hoch gesteckt: Den Trainern sollte neben Handlungsmöglichkeiten in konkreten Situationen auch eine philosophische Einführung zum Kulturbegriff und der Herkunft von kulturell geprägten Stereotypen geboten werden.
Der Workshop bildete den Anfang des «Kulturprojektes Mitmensch». Zwei weitere Kurse sollen folgen. Im November wird dann bei einem Weiterbildungsweekend in Dornbirn Bilanz gezogen. Die Idee zum Kulturprojekt kam von Jörg Bosshart. In seiner Firma wurde ein ähnlicher Kurs organisiert, in welchem es um die kulturellen Unterschiede beim Kontakt mit ausländischen Kunden ging. «Ich war fasziniert, auf was ich im Gespräch achten muss, um mein Gegenüber nicht zu beleidigen», erinnert sich Bosshart. Im Fussballklub habe er die gleichen kulturellen Herausforderungen festgestellt, die er nun thematisieren wollte.
Den Hintergrund verstehen
«Wir gehen hier einen Weg, den noch kein Sportverein vor uns gegangen ist», ist sich Bosshart seiner Aufgabe durchaus bewusst. «Der Fussball hat im Allgemeinen eine Vorbildfunktion, doch er steht und fällt mit dem Trainer.» Deshalb müsse man die Trainer dementsprechend schulen. «Wir verfolgen ein gemeinsames Ziel, unabhängig von Religion oder Kultur. Dieser Zusammenhalt ist förderlich für die Integration und kann auch als Vorbild für die Gesellschaft dienen», ist Bosshart überzeugt.
Die Notwendigkeit eines solchen Kurses sieht auch Nino Migliacco. Der 48-Jährige ist Trainer eines A-Juniorenteams, das sich aus 17 Nationalitäten zusammensetzt. «Für mich persönlich hat der Kurs etwas gebracht», sagt er. Zwar habe es keine Probleme mit den Junioren gegeben, dennoch sei es teilweise zu Spannungen gekommen. «Mit dem Workshop verstehen wir nun die Hintergründe besser. Wir sehen, warum jemand so und nicht anders reagiert.» Diese Ansicht teilt auch Bosshart. «Wir sind in der glücklichen Lage trotz der immerhin rund 30 Nationen einen geregelten Ablauf sicherstellen zu können.» Nennenswerte negative Vorfälle gab es nicht. Dennoch sei eine Integration innerhalb des Clubs ein entscheidender Faktor. «Ich bin überzeugt, dass mit mehr Verständnis für andere Kulturen auch die Hemmschwelle für Gewalt erhöht wird.»
Schwerpunkt anders legen
Nach dem Workshop, welcher nicht öffentlich war, zogen alle Beteiligten ein positives Fazit. «Die Trainer waren sehr interessiert und haben sich gut eingebracht», berichtet Karin Baasch. Einzig der Anfang sei ein wenig «harzig» verlaufen. Denn mit der wissenschaftlich-theoretischen Herleitung des Kulturbegriffes beispielsweise, konnten die Anwesenden wenig anfangen. Als es dann im zweiten Teil um konkrete Alltagsprobleme ging, die in Rollenspielen dargestellt werden sollten, lief es einiges besser. Dem allgemeinen Tenor nach hätte man vielleicht doch den Schwerpunkt eher darauf legen sollen, denn von allen wurde dieser Teil als «zu kurz» empfunden.
Nichtsdestotrotz verdient das Integrationsprojekt des Fussballklubs grosse Anerkennung. In Zeiten, in denen Schule und politische Behörden zuweilen überfordert scheinen, kann der Fussball als Lieblingssportart vieler Kulturen sicher Völker verbindend wirken. Die Trainer zu schulen ist ein richtiger Schritt, der nach Beseitigung einiger Kinderkrankheiten im Kursaufbau sicher Früchte tragen wird.
Aus Sicht der Referentin Karin Baasch
Der Umgang mit dem Fremden
Am Mittwoch, 18. April, haben wir den ersten Kursabend durchgeführt. Nach dem Kennenlernen haben wir uns mit dem Begriff «fremd» beschäftigt: Wichtig ist, was dieses Wort uns persönlich bedeutet. Gefühlsmässig reagieren wir eben sehr oft mit Unbehagen auf alles, was unbekannt ist. Daneben gibt es auch Neugier und Interesse, aber diese Reaktionen stehen nicht im Vordergrund.
Es folgte ein Theorieteil über den Begriff «Kultur». Was meinen wir eigentlich, wenn wir das Wort «Kultur» verwenden? Einerseits ist «Kultur» ganz klar erlebbar, andererseits ist sie permanent in Auflösung! Der Alltag in einer globalisierten Welt spielt sich zwischen diesen beiden Positionen ab.
Um Spannungsurschen auf die Spur zu kommen, stellten wir ein paar stereotype (hauptsächlich negative) Erfahrungen zusammen und schauten, welche Themen sich dort ergeben. Danach folgte wieder ein Theorieteil über Familienstrukturen und über die Ehre als wichtiger Teil von vielen Kulturen.
Nach der Pause haben wir eine konkrete Situation dargestellt. Es war auffallend, dass die stärksten Spannungen in Bezug auf das Thema kaum Individuen betrafen, sondern Familienstrukturen. Die Teilnehmer haben bereitwillig mitgemacht und sich mit grosser Offenheit auf die szenische Arbeit eingelassen.
Aus Sicht der teilnehmenden Trainer/In FC Wallisellen
Frau Baasch hat einige Kernthemen angesprochen, die leider an einem Abend nicht ausdiskutiert werden können, aber einen Denkanstoss geben. In meiner Philosophie als Trainer ist die Teambildung mit verschiedenen Menschen, Rassen, Kulturen usw. immer ein zentrales Thema, und deshalb wurde ich nie mit einer brisanten Situation konfrontiert, was aber nicht heisst, dass der Workshop nichts gebracht hat, im Gegenteil es war ein gelungener Erfahrungsaustausch, mit Wiederholungspotenzial.
Der Workshop hat mir gut gefallen. In dieser kurzen Zeit haben ich viele verschiedene Eindrücke mitgenommen, die alle ein teil zum Verständnis der verschiedenen Kulturen beiträgt. Im Rollenspiel wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, bei Vorkommnissen nicht nur zu reagieren, sondern ”richtig” zu reagieren. Leider fehlte uns in diesem Workshop die Zeit, dies noch weiter zu analysieren.
Meine persönlichen Eindrücke waren folgende:
1. Es war für die ganze Gruppe Konstruktiv
2. Für mich ein interessantes Thema wo ich dazu Lernen konnte
3. Alle Teilnehmer haben an diesem Abend mitbekommen, wie wichtig es ist, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
4. Wen man etwas ”negatives” sagen will folgendes.
Die Leiterin wurde ein bisschen überrumpelt, da die meisten schon auf dem Fussballfeld etliche Situationen erleben mussten betreffend Mitmensch. Die Zeit fehlte ein wenig um Tiefer einzugehen. Aber ich glaube auch für die Leiterin war es eine Erfahrung mehr.
 
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