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30.06.2010 | von Peter Giger
Wie sagen alle Trainer; wie das letzte Spiel in der Vorrunde beendetet wird, so startet auch die Rückrunde. Leider wurde diese alte Weisheit mal wieder bestätigt.
Bevor der Rückrundenstart der Meisterschaft begonnen hat, hatten die Senioren noch das Cupspiel gegen Volketswil vor der Brust. Welches in der Vorbereitung immer ein Fixpunkt des Trainers darstellte und er darauf hinwies, dass dieses Spiel einfach gewonnen werden und vor allem ernst genommen werden muss. Doch leider kam es anders. Man kann den Akteuren nicht vorwerfen, dass sie es nicht versucht hätten, aber ohne die notwendigen Ideen im Mittelfeld und zu vielen Fehlern im Spielaufbau machte man den Gegner stark und kassierte ein Freistosstor Marke, so trieft dieser Spieler den Ball nie mehr. Die feurige Halbzeitansprache hatte gefruchtet, denn es wurde aus einem 0:1 schnell ein 1:1 und nach einer Weile sogar das 2:1. Doch dann das typische Wallisellen, es reicht ja und man braucht sich nicht zu "verreissen". Die Strafe kam prompt, wiederum ein Freistoss und es ging zum Elfmeterschiessen. Dass dies immer auch etwas Glück beinhaltet weiss jeder, aber als Trainer kann man auch sagen; Hochmut kommt vor dem Fall. Jedenfalls wurde eine gute Cupchance leichtfertig vergeben und man hatte nur noch die "Meisterschaft" vor Augen.
Gegen Wiedikon wollten die Senioren noch etwas gut machen, denn die Unglückliche 0:2 Niederlage in der Vorrunde war noch sehr präsent. Ein gefälliges Spiel der alten Herren wogte hin und her, wobei der neutrale Zuschauer die feinere Klinge der Gäste sicher bemerkte. Doch aus dem Spiel heraus wollte kein Tor fallen und so musste wieder mal eine Standartsituation das Spiel entscheiden. Ein guter Eckball der Gäste wurde zum Halbzeitresultat von 0:1 abgeschlossen. Auch diesmal gingen die Walliseller zum Pausentee mit der Erkenntnis, wir haben die Chancen aber machen diese nicht und der Gegner braucht keine und geht in Führung. So "Ungerecht" kann Fussball sein. In der zweiten Halbzeit zeigten die Walliseller ein verbessertes und schnelleres Spiel, doch leider konnten die Chancen nicht genutzt werden und man verlor den Rückrundenauftakt mit 0:1.
Nach dem "katastrophalen" Abschneiden im Cup und der Heimpleite gegen Wiedikon wollte man gegen den Tabellenführer Bülach den Saisonstart vergessen machen. Doch schon der Start in das wegweisende Spiel verlief sehr unglücklich. Nach nur zwei Minuten musste der Trainer einen Wechsel vornehmen der sich in der Rückbetrachtung als gravierend erweisen sollte. Trotzdem waren es wiederum die Walliseller die die erste klare Torchance besassen, doch Marucci lies seine Kalkblütigkeit vermissen. Und wie immer im Fussball, wer seine Chancen nicht nutzt, der bekommt die Bude voll. So war es eine Unaufmerksamkeit von Vasapollo der das Offside aufhob und der Bülacher Stürmer unserem Matteo keine Chance liess. Zu diesem Zeitpunkt war dem neutralen Beobachter der Sieger bereits klar. Denn die Walliseller zeigten Null Körpersprache und so war es dann nur noch eine frage der Zeit, bis die Tore zwei und drei fielen. Das Traurige dabei war nur, dass unser "Held" Matteo von der gesamten Mannschaft im Stich gelassen wurde und er dreimal einen Stürmer auf sich zukommen laufen sah, und jedes Mal Chancenlos blieb.
Auswärts gegen Schaffhausen wollte man der Negativspirale entkommen und eine Siegesserie starten. Doch bevor das Spiel überhaupt begann, wurde die Vorbreitung auf den Kopf gestellt. Erst mussten die Absenzen von Gehrig, Stefano und Scherer verkraftet werden und dann kam auch noch der Autobahnstau dazu. Als nach einiger Zeit dann alle Spieler anwesend waren und wir doch noch ein Einlaufen bestreiten konnten, durften wir feststellen, dass in Schaffhausen Wasser eine Mangelware ist. Denn die Unterlage, welche den Namen Fussballplatz nicht verdient, war mehr Braun als Grün und mehr holprig als flach. Aber eben, der Platz ist nicht immer an allem schuld. Denn zu unserer eigenen Überraschung waren wir es, die es auf diesem Untergrund verstanden Fussball zu spielen und gingen durch Benin auch verdient in Führung. Der Pausentee wurde genutzt um nochmals klar zu machen, dass der Gegner sicherlich alles nach vorne werfen und mit seiner riesigen Ersatzbank uns zum Laufen zwingen wird. Und genauso kam es dann auch. Ein gut vorgetragener Vorstoss über die Seite bescherte dem Heimteam den Ausgleich und aufgrund der zweiten Halbzeit auch nicht unverdient. Doch was folgte war eine WM–Taugliche Fehlentscheidung des Unparteiischen. So wurde eine glasklare Offsideposition nicht erkannt und Matteo musste an diesem Abend zum zweiten Mal hinter sich greifen. An diesem Abend waren die Walliseller wirklich bedient. Erst die Absagen, dann die Anreise und zu guter Letzt noch um einen Punkt betrogen. Aber wie sagte schon Steppi; Lebe geht weiter.
Das Heimspiel gegen Embrach stand unter dem Motto "die Talfahrt beenden und dies mit allen Mitteln". Im Vorfeld wurde darauf hin gewiesen, dass das "leichte" Spiel aus der Vorrunde (5:0 Sieg) sich sicherlich nicht wiederholen werde und man das Spiel mit höchstem Einsatz und Bereitschaft bestreiten müsse. Schon in der Aufstellung der Walliseller zeigte sich, dass einer auf alle "Randerscheinungen" bei den Senioren pfiff und sich selber wieder aufstellte. Denn das Ziel der Mannschaft ist immer höher einzustufen als die Meinung zweier Spieler, so der Tenor des Trainers. Die Walliseller begannen sehr konzentriert, lauffreudig und ballsicher, und trotzdem war es wiederum der Gegner der seine Chance nutzte und 1:0 in Führung ging. Doch die Reaktion liess nicht lange auf sich warten und der Ausgleich bzw. die Führung wurde von Benin und Marucci noch vor dem Pausentee bewerkstelligt. Bei beiden Treffern wurde gezeigt, dass die Walliseller nicht nur gute Einzelkönner haben, sondern dass das Kollektiv diese Mannschaft auszeichnet. Während der Pause wurde die Wichtigkeit dieses Spiels nochmals angesprochen und die eigenen Stärken hervorgehoben und so ging man mit breiter Brust in die zweite Hälfte. Der Druckphase der Gäste konnte man mit viel Geschick und Können standhalten und selber waren wir steht's mit unseren gut vorgetragenen Kontern gefährlich. Nach einer Standartsituation war es die Nr. 15, der mit einem Schuss (im Umfeld als Sonntagsschuss bezeichnet) aus dem Hinterhalt den Wallisellern das 3:1 bescherte. Als alle glaubten, dass sei es dann gewesen, wurde eines Besseren belehrt. Denn ein gut aufgelegter Gegner bereitete uns an diesem Tage mehr arbeit als uns lieb war und so kam nach dem 3:2 Anschlusstreffer nochmals etwas Hektik auf. Doch ein herrlicher Konter der Walliseller wurde mustergültig von Di Paolo verwertet. In der Schlussminute wurde es nochmals brenzlig im Strafraum der Walliseller und plötzlich ertönte ein pfiff des Unparteiischen und es hiess Elfmeter für Embrach. Den 3. Treffer konnten wir locker hinnehmen, da danach sofort abgepfiffen wurde und der erste Sieg in trockenen Tüchern war.
An einem kalten, verregneten Samstagmorgen ins Juchhof 2 – gibt's was Schöneres? Ja, definitiv! Und noch schlimmer wird es, wenn man zu allem übel auch noch verliert. Unter der Rubrik unnötig ist sicherlich das 0:1 gegen Jugoslavija abzuhacken. Denn wären wir komplett gewesen (zu viele waren in den Ferien, bei der Arbeit oder Verletzt) wäre dieses Spiel nie verloren gegangen. Wie eigentlich in allen Spielen hatten die Senioren mit dem gelbblauen Herzen die erste gute Chance, doch wie meist, wurde auch diese "kläglich" vergeben. Je länger das Spiel dauerte, desto ausgeglichener verlief es, wobei die Gastgeber im Mittelfeld ein leichtes Übergewicht hatten. In der Halbzeit wurde daraufhin gewiesen, dass mit 11 Mann ein 0:0 ein gutes Resultat sei und wir dieses verteidigen wollen. Doch leider kam es anders. Kaum hatten die zweiten 40 Minuten begonnen kam es zu einem Fragwürdigen Penalty, den die Jugos souverän zum 1:0 nutzten. Im weiteren Verlauf hatten wir die Chance den Ausgleich zu erzielen, doch das Wettkampfglück war an diesem Tag irgendwo auf einem anderen Fussballplatz. Doch auch eine Niederlage kann zusammen schweissen und so blieben erstmals alle Spieler für eine Nachbetrachtung bei einem Bierchen zusammen und konnten schon bald wieder lachen und schworen sich Affoltern für diese Niederlage büssen zu lassen.
Das abstiegsbedrohte Affoltern war besser als das nackte Resultat es zeigt. Am Schluss gewannen die Senioren 4:0, doch bis es zu diesem Resultat kam, musste die eine oder andere heikle Situation überstanden werden. Da Affoltern nicht viel zu verlieren hatte, begangen sie sehr forsch und mit viel Leidenschaft. Den Ball gut in den Reihen zirkulierend und mit langen Bällen auf die Spitzen waren sie steht's gefährlich. Doch einen alten Haudegen wie unseren Pfanni bringt so schnell nichts aus der Ruhe und er verschleppte und beruhigte das Spiel von hinten heraus. Nach etwa 15 Minuten kamen die Platzherren besser in Fahrt und so vielen die Tore immer genau im richtigen Zeitpunkt. Immer dann wenn der Gast eine gute Möglichkeit hatte und diese nicht nutzten, viel das Tor für die Walliseller. In der ersten Halbzeit waren es die Herren Benin und Marucci die für eine beruhigende Führung einnetzten. Nach der Pause war es Moreno der wieder Mal kaltblütig das 3:0 erzielte. Der Schlusspunkt blieb dem Neusenioren Debrunner vorbehalten, der sein erstes Tor für die Senioren nach dem Schlusspfiff gebührend feierte. Wie viele "Stiefel" waren es bis zum Schluss? Dieses Spiel zeigte allen Beteiligten und den zahlreichen Zuschauern, zu was die Senioren fähig sind, wenn alle gesund und an Bord sind. Ein organisiertes Team, mit guten Individualisten, das eine gute Einheit bildet. So kann das Team noch lange in der Meisterklasse besten.
Am zweitletzten Spieltag wurde es doch nochmals eng. Denn auf dem Papier hätten die Senioren von Wallisellen noch absteigen können, doch wie sagten einige Spieler unter der Woche; Papier ist geduldig, aber wir sind Unabsteigbar. Die Reise nach Räterschen würde es zeigen, denn gegen den direkten Konkurrenten musste ein Sieg her und dann wäre alles klar. Die Reise war mal wieder mit vielen Hindernissen gespickt. Einerseits war da die Hochzeit von Patric die uns Spieler gekostet hat und zum Anderen waren mal wieder einige Arbeitsteufelchen am Werk. Mit 12 Mann ging es in Räterschen, wobei der Letzte erst kurz vor Spielbeginn auf dem Platz erschienen ist, da er das Einlaufen bzw. Auslaufen auf dem Klo verbrachte. Aber mit der Wichtigkeit dieses Spieles im Kopf wollte dieser auf keinen Fall fehlen, was sich nach ca. 10 Sekunden schon fast als fatal erwies. Zum Glück hatten die Spieler von Räterschen zu diesem Zeitpunkt das Visier noch nicht richtig eingestellt und so kamen wir um einen frühen Rückstand herum. Mit der Sonne im Gesicht kamen wir immer besser ins Spiel und so war es dann wieder Mal Marucci der seine wiedergefundene Torgefährlichkeit aufblitzen liess und wir 1:0 in Führung gingen. Da Räterschen um die Wichtigkeit dieses Spiels wusste, liess die Reaktion nicht lange auf sich warten. Nach einem Eckball war die Hintermannschaft der Senioren unsortiert und es hiess 1:1. Nach der Halbzeitansprache des verletzten Capitanos Stefano, reagierten die Senioren ganz abgebrüht und verwerteten einen gut gespielten Konter zum verdienten 2:1 durch Benin. Langsam liessen die Kräfte bei dem einen oder anderen nach und so kam es, dass Räterschen steht's zu Chancen kam. Diese doch allesamt vergaben, entweder weil sie am eigenen Unvermögen oder am glänzend aufgelegten Schlussmann Matteo scheiterten. Und wie immer im Fussball, wer die Chancen nicht nutzt der bekommt sie hinten rein und so kam es, dass Marucci nach ein guten Konter zum zweiten Mal an diesem Abend jubeln konnte. Doch kaum fertig gejubelt und das Spiel im Griff, viel das 3:2 und so wurde es nochmals unnötig spannend. Aber wenn die Walliseller etwas gut können, dann sind es die Konter "perfekt" abzuschliessen und so war es dann auch Scherer vorbehalten, einen Abpraller zum 4:2 einzunetzen. Das 3. Gegentor für Matteo war nur noch Resultatskosmetik, denn zu diesem späten Zeitpunkt war allen klar, für die nächste Saison kann das Räterschen von der Landkarte gestrichen werden. Einen ganz speziellen Nachtrag zu diesem Spiel gibt es aber noch. Wenn ein Spieler sich in den Dienst der Mannschaft stellt und 75 Minuten an der Aussenlinie einläuft, immer bereit für einen der angeschlagenen Spieler einzuspringen und ganz egal auf welcher Position, dann gebührt diesem den allergrössten Respekt und Dank des Trainers. Danke Oli!!!
Zum Saisonschluss durften wir uns auf Effretikon freuen. Eine Mannschaft die uns in der Vorrunde aufzeigte, was mit Laufen und einfachen Ballstafetten möglich ist und uns mit 2:0 abfertigte. Doch diesmal waren die Vorzeichen etwas anders. Das Wetter war sonnig und der Rasen gut bespielbar, also genau die bevorzugte Ausgangslage der Schönwetter Fussballer aus Wallisellen. Schon während der Woche war die Erleichterung des Nichtabstieges zu spüren und man konnte Locker in dieses Spiel gehen ohne den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen.
Die Anfangsminuten gehörten den Gästen aus Effretikon, die wie immer mit einem laufintensiven Stil agierten, jedoch vor dem Tor keine Gefahr versprühten. Allmählich besann man sich auf Wallisellerseite auf seine stärken und so wurde es ein sehr ausgeglichenes Spiel ohne grosse Torchancen. Mit einem leistungsgerechten 0:0 ging es zum verdienten Pausentee. Nach der Pause hatte der Trainer wieder Mal ein gutes Näschen und brachte die Torgarantie Moreno aufs Spielfeld. Und wer war für die 1:0 Führung besorgt? Genau – Moreno, wer den sonst ist man geneigt zu sagen. Denn "immer" wenn der "Trainingsfaule" (er könnt nämlich viel mehr) Moreno auf dem Platz stand, haute er die Dinger rein. Und so wie er diesmal das Runde ins Eckige drosch, wäre eine Nominierung für das Tor des Jahres mehr als nur gerechtfertigt. Nun reicht es aber auch, denn auch ein anderer Senior hat bewiesen, dass er es kann, leider braucht dieser "immer" viel zu viele Chancen. Stimmt's Umbi? Nach einem (ich weiss gar nicht mehr wie viele es waren) Konter, durfte Umbi wieder Mal zeigen wie schnell er mit seinen bald 42 Lenzen ist und konnte so das verdiente 2:0 erzielen. Der Anschlusstreffer von Effretikon war nur noch ein kleiner Wehrmutstropfen in einem Spiel, das die "alten Herren" an diesem Tag niemals verloren hätten.
Zum Schluss bleibt das Fazit:
Ein guter 5. Rang und eine vergebene Chance im Cup weit zu kommen. Aber schliesslich musste ich "nur" dafür sorgen, dass wir nicht absteigen, für den Rest wir der neue Trainer Hampe und sein Team schon sorgen :–)
Mir bleibt nur Danke zu sagen, bei den Spielern die es mit mir als "harten Hund" sicherlich nicht immer leicht hatten und beim Vorstand des FC Wallisellen der mir während meiner Zeit als Seniorentrainer immer mit Rat und Tat beigestanden hat.
Ich wünsche dem neuen Trainer Hampe und seinem Team alles gute, viele Punkte und dass er ein glücklicheres Händchen hat als es mir zu teil war.
Danke für die tolle Saison und die Erfahrung die ich mit euch machen durfte.
Statistik–Freaks:
Spielbilanz: 8 / 0 / 8 = 24 Punkte
Strafpunkte: 20, am 4. wenigsten von 9 Mannschaften
Torbilanz MS: 29:28
Torbilanz Cup: 7:3 / 4:5 Penalty
Torschützenkönig: Marucci mit 9 Toren
Spielzeitkönig: Marucci mit 1540 Spielminuten
Verwarnungskönig: Vasapollo mit 3 gelben Karten
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