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Chronik des FC Wallisellen
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Obschon die Protokolle aus der Gründungszeit trotz intensiver Nachforschungen nicht zum Vorschein gekommen sind, verfügen wir doch über zahlreiche Unterlagen, um aus der Vergangenheit einiges in Erinnerung rufen zu können. Trotzdem sich in den letzten Jahren die Reihen unserer Pioniere verständlicherweise gelichtet haben, ist dank gutem Erinnerungsvermögen doch noch manche Ueberlieferung greifbar. So wissen wir vom Club Gründungsakt, dass im damaligen Amtsblatt "die Glatt" (dem heutigen "Zürcher Unterländer") folgendes Inserat erschienen ist:
WALLISELLEN. Freunde des Fussballspiels aus hiesiger Gemeinde werden hierdurch höflich auf Montag, den 7. März 1921 abends 8 Uhr, zu einer Diskussion betreffend Förderung dieses Sportes und eventueller Gründung eines Clubs in das Restaurant Löwen, Wallisellen, eingeladen. Wer Lust und Liebe zu einem gesunden und kraftbringenden Sport besitzt, verfehle nicht zu kommen. Einige Sportsfreunde.
1. Mannschaft 1922
Tatsächlich hoben damals 18 fussballbegeisterte Männer, vorwiegend Studenten, den Fussballclub Wallisellen aus der Taufe. Als Gründer zeichneten: M.Brunner (Sekundarlehrer), A.Staubli und H.Gretler (Kaufleute), W. und F.Keller, K.Kunz (Malermeister), O.Krebser (Milchhändler), A.Renaud, W.Schneider, K. und F.Liebich, P.und R.Schneiter (stud. Bauing.), M.Spiess (Apotheker), M.Stiefel, S.Stiefel, S.Wagner (stud.Ing.Agr.), W.Zwicky, sowie A.Wassmer (Betriebsleiter der Firma Zwicky & Co.) als erster Präsident.
Man stand damals mitten in den Krisenjahren, und für das Fussballspielen hatte man zu dieser Zeit noch nicht viel übrig. Am besten illustriert dies ein Artikel, wie er am 18. Mai 1921 in der bereits zitierten Lokalpresse erschienen ist:
"Die schweizerischen Fussballer sind wegen ihren wirklich lächerlichen Reisen ins Ausland und wegen dem damit verbundenen grossartigen Getue von Herrn B. in Bülach scharf aufs Korn genommen worden. Er ärgert sich mit Recht darüber, dass die Bundesversammlung zu einem derartigen "Lumpenanlass", wie er es benannte, auch noch Fr. 15 000.-- spendete.
1. Mannschaft 1931
Es ist ja wirklich haarig, dass Mutter Helvetia für solche Zwecke das Geld nur so wegwirft, und wir Steuerzahler lassen uns das Recht nicht nehmen, an einer solchen Geldverschleuderei Kritik zu üben. Es sind uns nun aus Fussballerkreisen etliche Einsendungen gegen Herrn B. zugegangen, welche ihrer Entrüstung über diesen Artikel Ausdruck gaben. Wir müssen den Herren Fussballer leider mitteilen, dass sie sich in diesem Falle an die unrichtige Adresse gewendet haben. Wir sind mit Herrn "B"s Auseinandersetzungen mit den "Zehenabstupfern" vollständig einverstanden, weshalb wir den Einsendern ihre Artikel zum Abholen bereit halten. Das Rückporto legen wir dafür nicht aus."
Hierbei handelte es sich um nicht weniger als unsere Fussball-Nationalmannschaft, die einen bescheidenen Länderspielverkehr pflegte. Salonfähig wurde der Fussball bei uns erst einige Jahre später. Das Schweizer Olympiateam, identisch mit der Nationalmannschaft und eng mit den unvergesslichen Namen Pulver, Ramseier, Sturzenegger, Xam Abegglen usw. war ohne grosse Ambitionen zur Olympiade nach Paris gefahren und erreichte nach einem sensationellen Siegeszug das Finale, zusammen mit den legendären Uruguayanern. Dieser Erfolg löste in der ganzen Schweiz ein gewaltiges Echo aus. Die Jugend hatte nun ihre Vorbilder, und König Fussball trat unaufhaltsam seinen Vormarsch an.
23. September 1921
Die Glatt (heute Zürcher Unterländer) "Am nächsten Sonntag, den 25. Sept. findet auf dem Sportlatz hinter der Signum AG das erste Wettspiel um die Schweizer Meisterschaft Serie C statt". Als Gegner wird die spielstarke Mannschaft des FC Blue Stars Zürich antreten.
Neben der Rekrutierung einer Mannschaft sowie deren Ausrüstung mit Tenues und Bällen ist die Bereitstellung eines Fussballplatzes eine der wichtigsten Voraussetzungen, um den Vereinszweck, also die Ausübung des Fussballtrainings - und den Spielbetrieb, erfüllen zu können.
Seit der Schaffung des Sport- und Erholungszentrums vor nun bereits 26 Jahren (1970) stellt uns die sportfreundliche Gemeinde Sportanlagen zu grosszügigen Bedingungen zur Verfügung, um die uns viele Fussballclubs zu Recht beneiden. Bis es aber soweit war, war die Sportplatzfrage während vieler Jahre ein sorgen und dornenvolles Kapitel für unseren Club.
Die verschiedenen Sportplätze, auf denen der FCW seine Wettspiele ausgetragen hat, stellen ein kleines Kapitel Ortsgeschichte der Gemeinde Wallisellen dar. Erster Platz (1921) eine provisorisch als Fussballplatz hergerichtete Wiese im jetzigen Areal der Integra AG an der Industriestrasse.
Mannschaftsfoto vom 7.1.1923
Im Frühjahr 1922 erfolgte die erste Züglete zum 200 m westwärts gelegenen Sportplatz "Oberwiesen" auf dem heutigen Fabrikgelände der Reishauer AG. Während 30 Jahren war dies dann der Sportplatz des FC Wallisellen.
Das Land konnte während dieser Zeit zu günstigen Bedingungen, d.h. für Fr. 100.-- p.a. von der Familienstiftung Wildberger aus Schaffhausen gepachtet werden. Auf dem in Frondienst ausgebauten und unterhaltenen Fussballplatz entwickelte sich der FCW zu einer beachtlichen Spielstärke. Damalige Höhepunkte waren neben dem dreifachen Gewinn der kantonalen Juniorenmeisterschaft in den Jahren 1935-37 und dem Aufstieg in die 3. Liga 1938, zweifellos die Eroberung des Regionalmeistertitels der 3. Liga und damit die erstmalige Promotion in die 2. Liga im Jahre 1947.
Auf dem ideal gelegenen Fussballplatz erfreute sich unser Club manches Grossbesuches bei wichtigen Wettspielen und Turnierveranstaltungen. Als während der Kriegsjahre zahlreiche Fussballplätze im Rahmen der bundesrätlich angeordneten Anbaupflicht umfunktioniert wurden, kamen wir mit einer Platzverlegung näher zum Grindelwaldrand glimpflich davon. Dem FC Dübendorf, der diesbezüglich weniger Glück hatte und seinen Fussballplatz im Aegert für den Kartoffelanbau zur Verfügung stellen musste, wurde die Austragung seiner Heimspiele 1941-44 auf der "Oberwiese" vertraglich und sportkameradschaftlich zugesichert. Tragischer wurde es dann für den FCW, als die Verpächterin zu Beginn der Vierzigerjahre mitteilte, sie beabsichtige unser Pachtland zu verkaufen, weshalb wir uns nach einem Ersatzplatz umsehen mussten. Damit begann eine mehrjährige Leidensgeschichte, die den Sportplatz zu einem Dauerthema der Vorstandssitzungen und Clubversammlungen werden liess. Vorerst prüften die Clubverantwortlichen, ob allenfalls eine Möglichkeit bestünde, das Grundstück zu erwerben, um es seiner bisherigen Zweckbestimmung zu erhalten. Die ersten Preisangebote im Jahre 1944 lagen bei Fr. 40 000.--, etwas später aber bereits bei Fr. 60 000.--. Leider bestand damals keine Chance, auf privater Basis die Kaufpreisfinanzierung aufzubringen. Heute erscheint dies unverständlich, und es ist ausserordentlich zu bedauern, dass der Erwerb des ca. 1 ha umfassenden Grundstückes nicht zustande kam. Zum Glück verzögerte sich die Handänderung noch einige Jahre, das heisst bis zum Jahre 1951. Inzwischen stieg aber der Landpreis auf Fr. 200 000.--. Unsere letzte Hoffnung mussten wir dann nach einem weiteren abschlägigen Bescheid des Gemeinderates begraben, der sich nicht zum Kauf des prädestinierten Industrielandes entschliessen konnte. Im Hinblick auf das nur noch für kurze Zeit als Fussballplatz zur Verfügung stehende Grundstück überliess es der FCW im April 1951 noch dem Circus Knie für ein zweitägiges Gastspiel. Am 30.9.1951 fanden dann auf dem Sportplatz "Oberwiesen" die letzten Fussballspiele statt, und unmittelbar danach wurde mit dem Bau der heute noch bestehenden Fabrikanlagen begonnen. Im Kommentar zu diesen letzten Spielen stellte der Berichterstatter unter anderem deprimiert fest: "Leider sind wir noch nicht in der Lage, unseren Freunden und Gönnern zu sagen, wo der FCW in Zukunft seine Heimspiele austragen kann und wann unser Club wieder über einen Sportplatz auf Walliseller Boden verfügen kann". In der Tat sollte sich der bereits seit längerer Zeit andauernde Leidensweg der Sportplatzfrage noch viele Jahre fortsetzen. Wohl brachte die permanente Ausschau nach geeignetem Land für einen Fussballplatz verschiedene Alternativen aufs Tapet.
Offensichtlich bestand aber keine Möglichkeit zu einer kurzfristigen Erfüllung unserer Wunschvorstellungen. Zwangsläufig musste nach einer Zwischenlösung gesucht werden. Diese wurde im Favre-Areal zwischen dem Werkgebäude und dem ehemaligen Restaurant Frohsinn gefunden. Obschon das Terrain in vielen Frondienststunden bearbeitet wurde, konnten dort nie befriedigende Wettspielbedingungen geschaffen werden. In der ganzen Region war der an der SBB Linie nach Uster gelegene Acker, der nicht einmal die vorgeschriebenen Minimalmasse aufwies, berüchtigt. Das Feld war holperig und abschüssig, bestand doch zwischen den Eckfahnen in der Diagonalen ein Niveauunterschied von einem ganzen Meter. Trotz dem üblichen Heimvorteil waren diese unerfreulichen Verhältnisse selbst für unsere 1. Mannschaft ein Nachteil. So beschloss man im Jahre 1953 die Heimpartie um den Aufstieg in die 2. Liga gegen den SC Veltheim in Glattbrugg auszutragen, um so den Zufälligkeiten des absolut ungenügenden Fussballplatzes auszuweichen.
Trotz dieser schlechten Platzverhältnisse war man aber doch froh, dass der ursprünglich auf zwei Jahre abgeschlossene Pachtvertag um zwei weitere Jahre, d. h. bis 1955, verlängert werden konnte. Da unser Club zu dieser Zeit eine Spitzenposition in der 2. Liga einnahm, umsäumte sehr oft eine grosse Zuschauerkulisse den Frohsinnplatz. Dies brachte nicht nur die willkommenen Eintrittserlöse, sondern erhöhte auch unseren Goodwill und die Sympathie bei der einheimischen Bevölkerung und der Behörde, was uns im Kampf um einen neuen Sportplatz nur nützlich sein konnte.
In diesen Jahren wurde die Suche nach neuen Sportplatzvarianten sehr stark intensiviert. Dieses Thema wurde allmählich auch auf der Geschäftsliste des Gemeinderates zu einem ständigen Traktandum. Im Auftrag des Gemeinderates traten verschiedene Clubfunktionäre mit einigen Grundeigentümern in Landerwerbsverhandlungen. Allerdings fand damals keines der eingeholten Angebote die behördliche Zustimmung. Anderseits erschien aber auch keiner der gemeinderätlichen Vorschläge zur Verwirklichung geeignet.
Ein vom FCW jahrelang gehegter Wunschstandort war das Land in der Herzogenmühle, westlich des Grindelwaldes beim damaligen Bahnübergang südlich der inzwischen verschwundenen Fleischwarenfabrik. Dieses Grundstück, auf dem 1943 ein Verbandsturnfest durchgeführt wurde, war Bestandteil des Zuppinger-Legates, das mit dem gesamten Herzogenmühlekomplex der Politischen Gemeinde vermacht worden ist. Der Widerstand gegen dieses Projekt war aber speziell von Seiten der Walliseller Prominenz so gross, dass mit einer baldigen Realisierung nicht gerechnet werden konnte. Als wichtigstes Gegenargument wurden die Legatsbestimmungen, die jegliche Zweckentfremdung der landwirtschaftlich genutzten Liegenschaft verbieten, ins Feld geführt. Die heissen Diskussionen um diese Frage trugen einem engagierten Mitglied des Clubvorstandes beinahe eine Ehrverletzungsklage des damaligen Gemeidepräsidenten ein.
Aus den heftigen Auseinandersetzungen kristallisierte sich aber doch eine kurzfristige Lösung des Sportplatzproblems heraus. Nachdem selbst der Gemeinderat nichts mehr gegen den Bau eines Fussballplatzes in der Wägelwiesen beim Schwimmbad einzuwenden hatte, wurde im November 1953 eine entsprechende Motion lanciert. Innert Monatsfrist konnten über 700 Unterschriften für die Eingabe an den Gemeiderat beigebracht werden. Die vom Juniorenobmann Armand Born an der Gemeindeversammlung vom 11.3.1954 vertretene Motion fand die erfolgreiche Zustimmung, sodass unverzüglich mit der Ausführung der notwendigen Arbeiten begonnen werden konnte.
Die Clubmitglieder leisteten in der Folge über 3000 Frondienststunden für die Erstellung des Drainage - Systems sowie für die Installation und Einrichtung von Duschraum und Garderoben in den Zivilschutzanlagen im Feuerwehrgebäude an der Zentralstrasse.
Kickoff am 7.8.1955 durch den Gemeindepräsidenten
Kurt Benz unter den kritischen Blicken von Capitain
Silvio Galli
Bereits am 7.8.1955 konnte der neue Fussballplatz eingeweiht und seiner Zweckbestimmung übergeben werden. Nach dem Kickoff zum Eröffnungsspiel gegen den FC Oerlikon durch den damaligen Gemeindepräsidenten begann eine zehnjährige, sehr erfolgreiche Wettspieltätigkeit auf dem Sportplatz "Wägelwiesen". Den Höhepunkt bildete dabei zweifellos das von über 2500 Zuschauern besuchte Aufstiegsspiel in die 1. Liga gegen den FC Arbon im Juni 1956.
Es war aber schon von allem Anfang an klar, dass auch der Fussballplatz "Wägelwiesen" nur eine Uebergangslösung darstellen konnte. Beim damaligen Bestand von 8 Mannschaften (je 3 Aktiv- und Junioren- sowie 2 Senioren- Teams) vermochte das einzige Spielfeld längerfristig nicht mehr zu genügen, und eine Erweiterung der Anlagen war am selben Ort nicht möglich. Da zudem die im Dorfzentrum gelegene "Wägelwiese" der Wunschstandort der Gemeindebehörde für das neue Gemeindehaus war, begann bereits anfangs der 60er Jahre erneut die Suche nach einem geeigneten, ausbaufähigen Sportplatz. Diesmal geschah dies aber von allem Anfang an mit der tatkräftigen Unterstützung des nun in eigener Sache ebenfalls sehr motivierten Gemeinderates. Im Jahre 1960 wurde eine vom Gemeinderat eingesetzte Sportplatzkommission beauftagt, nicht nur den Standort für einen neuen Sportplatz, sondern gleichzeitig ein Raumprogramm auszuarbeiten, um auch den Bedürfnissen weiterer Sportvereine gerecht werden zu können. In einem umfassenden Bericht unterbreitete die von Herrn Gemeinderat Felix Günthart präsidierte Sportplatzkommission dem Gemeinderat am 6.11.1961 das Ergebnis zahlreicher Standortabklärungen und das gesprochene Raumprogramm.
Kickoff am 7.8.1965 durch Dölf Hartmann
Dies war der entscheidende Auslöser für den späteren Bau des sich heute präsentierenden Sport- und Erholungszentrums. Im Sinne eines dringenden Sofortprogramms wurde vorerst in der Hochrüti ein Fusballspielfeld erstellt, das dem jetzigen Platz 2 entlang des Hochrütiwäldchens entspricht. Bereits am 7.8.1965 konnte der neue Fusballplatz in Betrieb genommen werden.
Unserem besonders engagierten früheren Aktiv- und späteren Ehrenmitglied Dölf Hartmann war es vorbehalten, hier den Kickoff zum Eröffnungsspiel zu treten. Damit war unser Club wieder in der Lage, seine Trainings- und Heimspiele auf einem eigenen Terrain auszutragen. Die notwendigen Duschanlagen und Garderoben konnten wiederum in den Zivilschutzräumlichkeiten, diesmal im Untergeschoss des Möslischulhauses, eingerichtet werden. Berufsleute der FCW Senioren haben die Demontage im Feuerwehrgebäude und die Wiederinstallation am neuen Ort vorgenommen.
Noch vor der Inbetriebnahme des ersten Spielplatzes bewilligte die Gemeindeversammlung vom 16.12.1963 einen Kredit von Fr. 75 000.-- für die Detailprojektierung eines Spiel- ,Sport- und Erholungszentrums im Gebiet Mösli- Harnischbüel. Obschon Projekt und Kostenvoranschlag bereits Ende 1966 vorlagen, erfolgte die entsprechende Urnenabstimmung erst am 18.2.1968. Der Abstimmungskampf, der gleichzeitig mit einer Projekt- und Kreditvorlage für den Saalbau und der Doktorhausrenovation gekoppelt war, verlief ausserordentlich heftig und emotionell. Wochenlang erschienen in der Lokalpresse scharfe Einsendungen mit zahlreichen Flugblättern. Ungefähr mit dem gleichen Stimmenverhältnis wie die Sportplatzvorlage, das heisst mit 167 mehr Ja - Stimmen, lautet das Ergebnis für den Saalbau und das Doktorhaus negativ. Selbstverständlich freuten sich die Sportvereine über die grosszügigen Stimmbürger und Steuerzahler.
Glücklicherweise wurde dann auch für den Saalbau und das Doktorhaus eine befriedigende Lösung gefunden, so dass später auch diese Interessenten auf ihre Rechnung gekommen sind. In einer zweijährigen Bauzeit wurde in unserem östlichen Dorfteil ein Sport- und Erholungszentrum geschaffen, das weitherum als beispielhaft beurteilt wurde. Viele in- und ausländische Fachgruppen reisten heran und äusserten sich allesamt sehr positiv zu den schönen und zweckmässigen Anlagen. Im Sommer 1969 leisteten die Sportvereine zum Teil eine beachtliche Zahl von Frondienststunden bei der Installation bzw. Verschweissung der Kühlrohre für die Kunsteisbahn. Während diese noch vor Ende 1969 ihre Pforten öffnen konnte, erfuhr das Hauptspielfeld die Feuertaufe am 27.6.1970 mit dem Internationalen Fussballcupspiel zwischen der Bundesligamannschaft Eintracht Braunschweig und dem Zürcher Grasshopper Club. Die offizielle Eröffnungsfeier fand eine Woche später mit polysportiven Veranstaltungen und einem allgemeinen Gemeinde- und Dorffest statt. Seit diesen denkwürdigen Tagen ist der FCW nicht mehr mit existenziellen Sportplatzfragen belastet. Dies möge bedacht werden, wenn hie und da Organisationsprobleme bei der vielseitigen Sportplatzbenützung auftauchen. Diese sind nie so gross, als dass sie nicht mit allseitig gutem Willen bewältigt werden können.
Der Beginn der Fussball Meisterschaftssaison 1939/40 fiel praktisch mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges zusammen. Viele Aktive Fussballer und Clubfunktionäre leisteten zu dieser Zeit monatelangen Militärdienst. An einen geregelten Meisterschaftsbetrieb war deshalb nicht zu denken. Um aber den nicht, oder noch nicht Militärdienstpflichtigen und Urlaubern das Fussballspielen zu ermöglichen, aber auch um zur körperlichen Ertüchtigung im Interesse der Armee beizutragen, organisierte der damalige Schweizerische Fussball- und Athletik Verband (SFAV) für jede Spielklasse eine sogenannte Mobilisationsmeisterschaft. Wegen der grossen Rekrutierungsschwierigkeiten infolge der vielen, militärisch bedingten Spielerabsenzen wurden Auf- und Abstiege in den einzelnen Ligen sistiert.
Regionalmeistermannschaft 1939/40
Der Fussball Club Wallisellen verfügte damals über eine sehr junge Drittliga-Mannschaft. Ihr Durchschnittsalter betrug 20 1/2 Jahre, und da einige Spieler ihre Rekrutenschule noch vor sich hatten, mussten jeweils nicht allzu viele Ersatzleute eingesetzt werden. Nach 15 ausgetragenen Meisterschaftsspielen stand das Team dann auch mit 24 Punkten an der Tabellenspitze. Im Halbfinal um die Regionalmeisterschaft wurde dann am 21.7.1940 auf dem Sportplatz Oberwiesen die AS Ticinese Zurigo, die sich mehrheitlich aus Tessiner Studenten zusammensetzte, mit 4:3 besiegt. Für die Reise zum Finalspiel in Wädenswil organisierte dann der FCW einen Familienausflug mit einer Schiffahrt zur Halbinsel Au, von wo zu Fuss auf den prächtig gelegenen Sportplatz Schönegg gepilgert wurde. Dort zeigten vor allem die Walliseller Stürmer eines ihrer besten Spiele, und mit einem verdienten 1:5 Erfolg gegen die favorisierte Elf des FC Wädenswil errang der FCW erstmalig den 3. Liga Regionalmeistertitel. Wegen der militärdienstlich bedingten Situation bei den Verbandsfunktionären erfolgte aber die Pokal- und Diplomübergabe durch das Regionalkomité erst zu Beginn der darauffolgenden Meisterschaftssaison. Dies tat der guten Stimmung bei der wiederum auf dem Seeweg angetretenen Heimreise und insbesondere beim grossen Empfang in der "Schlangenmülli" keinen Abbruch.
Einen weiteren Höhepunkt konnte unsere erste Mannschaft im darauf folgenden Herbst verzeichnen. Nach einem Sieg in der ersten Runde der Schweizercup Saison 1940/41 gegen den Ballspielclub Zürich, wurde uns der FC Aarau zugelost. Zu dieser Begegnung mit dem damaligen Spitzenreiter der zweithöchsten Spielklasse, wurde eine Supporterreise mit dem Roten Pfeil der SBB arrangiert. Zahlreiche Schlachtenbummler begleiteten und unterstützten unsere Mannschaft auf dem traditionsreichen "Brügglifeld" in Aarau. Nach einer speziellen und gezielten Vorbereitung durch Trainer Sepp Nussbaumer (verstorben), trat die Regionalmeister Mannschaft an zwei Positionen verändert zu diesem denkwürdigen Spiel an. Am linken Flügel spielte an Stelle des verletzten Hans Bützberger, unser Mann für alle Fälle Fredel Albrecht, und aus spieltaktischen Gründen musste der bewährte Standard Verteidiger Emil Bosshart dem vielseitigen Kari Meier weichen.
Mit grösstem Einsatz und mit einer überdurchschnittlichen Leistung waren die Walliseller den Oberklassigen ein absolut ebenbürtiger Gegner. Selbst das objektive Aarauer Publikum spendete den Wallisellern mehrmals Szenenapplaus. Erst kurz vor dem Schlusspfiff wurde die Partie bei bereits stark fortgeschrittener Dämmerung zu Gunsten des Platzclubs entschieden. Da eine Verlängerung bei einem unentschiedenen Ausgang wegen der damals noch fehlenden Platzbeleuchtung nicht möglich gewesen wäre, wurde damit ein Entscheid am grünen Tisch der Verbandsbehörde vermieden. So verblieb neben der schönen Erinnerung nur noch ein willkommener Einnahmenanteil zuhanden der ausgetrockneten Clubkasse. Nach dem Spiel sprach der damalige Spitaldirektor und Divisionär Herr Dr. Bucher der unterlegenen Mannschaft seine Anerkennung aus und spendete im Aarauerhof noch einen Umtrunk.
Der im Jahre 1940 erstmals errungene 3. Liga Regionalmeistertitel berechtigte leider nicht zum Aufstieg in die höhere Spielklasse. Obschon dies für unsere entwicklungsfähige und ehrgeizige Mannschaft sehr deprimierend war, musste man die damalige Sistierung von Relegation und Promotion als berechtigt akzeptieren, zu ungleichen Chancen der einzelnen Clubs während der ersten Mobilisationsmeisterschaft, sodass das Schlussklassement als sehr problematisch bezeichnet werden musste. Unser junges Team hatte zugegebenermassen davon profitiert, dass damals verschiedene Spieler noch nicht militärdienstpflichtig waren. Dies änderte sich dann aber kurz darauf vollständig, weshalb wir während der Kriegsjahre immer wieder mit Besetzungsschwierigkeiten und Aufstellungssorgen zu kämpfen hatten. Sehr oft musste unsere Mannschaft wegen nichtbeurlaubter Spieler geschwächt zu entscheidenden Spielen antreten. Der immer wieder vehement angestrebte Aufstieg in die 2. Liga konnte deshalb bis zum Kriegsende nicht erreicht werden. Erst die Saison 1945/46 brachte der zum zweiten Mal errungene Gruppenmeistertitel die anvisierte Teilnehmerberechtigung an den Aufstiegsspielen. In einer 3er Poule kämpften wir dann zusammen mit dem FC Altstetten und dem SC Wipkingen um den Aufstieg in die 2. Liga. Leider mussten wir nach einer unglücklichen 1:2 Niederlage im Entscheidungsspiel gegen Wipkingen auf dem neutralen Terrain des Oerlikoner Neudorf, unsere Aufstiegshoffnungen um ein weiteres Jahr verschieben. Unvergessen bleibt dabei die fälschliche Annullierung eines Treffers zu unserer vermeintlichen 2:0 Führung, wegen eines angeblichen Handspiels des Torschützen Beni Lehmann.
Mannschaft 1946/47
Nach der grossen Enttäuschung wegen des knapp verpassten Aufstiegs wurde mit neuem Elan zur Saison 1946/47 gestartet. Mit der Rückkehr von Toni Pastega, der noch im Jahre 1945 mit dem Grasshopper Club an der Seite der Amado, Bickel, Friedländer usw. in der Nationalliga den Schweizer-Meistertitel errang, stieg unsere Chance, die lang erhoffte 2. Liga Zugehörigkeit endlich erreichen zu können.
Beim Abschluss der Meisterschafts Konkurrenz stand unsere Mannschaft als Gruppenerste und Finalteilnehmer für die Aufstiegsspiele fest. Diesmal gelang es aber auch, die Entscheidungsspiele gegen den FC Bülach und den FC Schaffhausen mit jeweils 2:1 zu gewinnen und damit erstmals in der Clubgeschichte in die 2. Liga aufzusteigen. Als erster Gratulant nach dem Heimsieg gegen die Reserven des FC Schaffhausen stürmte Ferri Puppato auf das Spielfeld. Es handelte sich dabei um den Schiedsrichter, der uns im Vorjahr mit seinem unbeabsichtigten Fehlentscheid den Aufstieg vermasselte. Seither habe er deswegen viele schlaflose Stunden gehabt und auch nie mehr ein Spiel unserer Mannschaft leiten wollen. An der anschliessenden, bis zum Morgengrauen andauernden Aufstiegsfeier zeigte dann auch der von seinen Gewissensbissen befreite und bei uns nichts desto trotz immer beliebte, tüchtige Schiedsrichter sichtbare Wirkung. Erwähnenswert ist ferner die Tatsache, dass in der damaligen Schaffhauser Mannschaft, neben verschiedenen Nationalliga Routiniers auch der damals noch unbekannte Hermann Borel als Aussenverteitiger mitwirkte. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass sich unser lieber, leider allzu früh verstorbene Sportfreund, 20 Jahre später als Präsident und in vielen anderen Chargen, grosse Verdienste um den FCW erwerben werde. Seine Schilderung, wie bei der seinerzeitigen Hinfahrt zum Aufstiegsspiel im Schaffhauser Mannschaftsbus nur über die Höhe ihres Sieges gegen den unbedeutenden Provinzclub diskutiert worden sei, liessen wir uns später vielfach genüsslich zu Gemüte führen. Ebenso sein Stimmungsbericht von der Heimreise, als eisiges Schweigen wegen der schmählichen Niederlage geherrscht haben soll.
Nach den siegreichen Aufstiegsspielen vermochten wir auch noch die Finalspiele um die Regionalmeisterschaft gegen Langnau a.A. und dem FC Oerlikon mit 6:3 bzw. 4:0 zu gewinnen. Damit wurde unser Club zum zweiten Mal auf dem 3. Ligapokal verewigt. Im Sihltaler Langnauerhof liess sich dann der selbstbewusste FC Langnau an der für sich vorbereiteten Meisterfeier durch unsere Mannschaft gebührend und ausgiebig vertreten.
Vorstandsmitglieder und Gründer am Jubiläums-
bankett vom 8.9.1946
Das 25 jährige Vereinsjubiläum wurde am 8.9.1946 mit einer polysportiven Veranstaltung auf dem Sportplatz Oberwiesen und mit einer Jubiläums Staffette durch den südwestlichen Dorfteil gefeiert. Vorgängig hatte der Clubvorstand noch alle erreichbaren Gründungsmitglieder zu einem gemeinsamen Mittagessen ins Hotel Linde, dem damaligen Clublokal, geladen.
Leider dauerte die erstmalige 2. Liga zugehörigkeit nicht allzu lange. In den ersten beiden Jahren vermochte man sich zwar jeweils noch in der oberen Tabellenhälfte zu plazieren. Doch Ende der Meisterschaftssaison 1949/50 fehlte ein einziges Pünktchen, sodass wir zusammen mit dem FC Feuerthalen in den sauren Abstiegsapfel beissen mussten.
Verschiedene Spielerabgänge sowie das Fehlen eines qualifizierten Trainers waren die Hauptursachen für den Spielklassenverlust. Eine Verbesserung der Situation war nicht leicht herbeizuführen, weil der Trainings- und Wettspielbetrieb zu dieser Zeit wegen der ungelösten Sportplatzfrage sehr negativ beeinflusst wurde.
Es gelang aber überraschend schnell, wieder eine spielstarke Mannschaft aufzubauen. Das Trainerengagement von Hans Nardelli, einem ehemaligen Nationaligaspieler des FC Zürich, erwies sich dabei als Glücksfall. Innert kürzester Zeit formte er aus den verbliebenen und einigen Nachwuchskräften eine neue, ausgezeichnete Mannschaft. Bereits in der Saison 1951/52 nahm sie als Gruppenerste wieder an den Aufstiegsspielen teil. Aber wie im Jahre 1946 gelang auch diesmal der Aufstieg im ersten Anlauf nicht. Mit je einem Unentschieden 1:1 gegen Red Star und 2:2 gegen den FC Industrie musste man den Zürcher Quartierclubs den Vortritt lassen. Selbst mit dem aus unseren Junioren hervorgegangenen, späteren Nationaltorhüter Charly Elsener wurde dieses Ziel, allerdings wiederum sehr knapp, verfehlt.
Die Regionalmeistermannschaft 1953
Dafür klappte es auch diesmal wieder ein Jahr später. Als Gruppenerster wurde unser Team zusammen mit dem FC Wülflingen und SC Veltheim Aufstiegsfinalist. Dem 3:4 Auswärtssieg gegen Wülflingen folgte ein 3:2 Heimsieg gegen Veltheim. Wegen unseres irregulären Spielfeldes im Hof wurde die uns zustehende Heimpartie nach Glattbrugg verlegt. Damit war der Wiederaufstieg in die 2. Liga früher als erwartet Tatsache geworden. Als Zugabe liess sich die ehrgeizige Mannschaft eine Woche später beim ebenfalls aufstiegsberechtigten Nachbarclub Dübendorf mit einem 2:1 Erfolg gleich zum dritten Mal als 3. Liga-Regionalmeister feiern. Mit dem Wiederaufstieg in die 2. Liga im Jahre 1953 begannen für den FC Wallisellen unter dem ausgezeichneten Trainer Hans Nardelli erfolgreiche Jahre. Trotz den misslichen Platzverhälnissen im Favre Areal, beim ehemaligen Frohsinn, vermochte man sich in den ersten beiden Meisterschaftssaisons jeweils in den vordersten Gruppenrängen zu plazieren. Zur Saison 1955/56 wurde dann auf dem neuen Gemeindesportplatz "Wägelwiesen" an der Zentralstrasse gestartet. Diese Saison darf zweifellos als die bisher erfolgreichste in unserer Clubgeschichte bezeichnet werden.
Zuschauerzahlen, die wir unseren Platzkassieren und unseren Vereinskassieren heute wünschen möchten, unterstützten jeweils unsere erste Mannschaft bei ihren Heimspielen. Praktisch während der ganzen Vor- und Rückrunde figurierte unsere Mannschaft an der Tabellenspitze und erreichte dann auch den Sieg in der Regionalgruppe Zürich Nord. Damit qualifizierte sie sich mit dem Leader der Gruppe Süd, dem FC Wetzikon sowie dem FC Arbon von der Gruppe Ostschweiz, für die Aufstiegsspiele in die 1. Liga.
Zum ersten Finalspiel trat der FC Arbon am 3. Juni 1956 gegen unsere Mannschaft auf der "Wägelwiesen" an. Nach einem überaus spannenden und technisch hochstehenden Spiel trennten sich die beiden Manschaften mit einem 3:3 Unentschieden. Vor über 2'000 Zuschauern gingen die Besucher bis zur Pause 1:2 in Führung und erhöhten unmittelbar nach Wiederbeginn auf 1:3. In der restlichen Spielzeit bot dann aber die Platzelf eine grossartige Leistung und vermochte bis zur 80. Spielminute das Resultat auszugleichen. Bis zum Schlusspfiff belagerten dann die Einheimischen das Arboner Tor. Trotz vieler turbulenten Szenen blieb es aber beim alles in allem gerechten Remis.
2. Liga Regionalmeister Mannschaft 1956
Eine Woche später mussten dann die Walliseller zum zweiten Spiel in Wetzikon antreten. Nachdem die Zürcher Oberländer in einem Vorbereitungsspiel den Nationalligaclub Winterthur besiegen konnten, galten Sie als die Favoriten dieser Finalpartie. Tatsächlich gingen sie auch frühzeitig in Führung, da die Gastmannschaft einen etwas mühsamen Start verzeichnete. Doch die Walliseller vermochten sich wiederum zu steigern und einen deutlichen, absolut verdienten Sieg zu landen. Diese Partie galt gleichzeitig als Final um den Zürcher 2. Liga Regionalmeistertitel. Unsere abgekämpfte, aber glückliche Mannschaft durfte somit nach Spielende die begehrten Meisterschaftsmedaillen entgegennehmen.
Leider berechtigte aber der Regionalmeistertitel noch nicht zum Aufstieg in die 1. Liga. Da der FC Arbon in seinem Heimfinalspiel den FC Wetzikon ebenfalls mit 3:2 schlug, musste der Aufstieg in einem Entscheidungsspiel zwischen Arbon und Wallisellen auf einem neutralen Terrain ermittelt werden. Am 24. Juni 1956 fand diese Schicksalspartie auf dem Sportplatz "Schützenwiese" des FC Winterthur statt. Bereits am Vortag wurde die Mannschaft in Herisau zur seriösen Vorbereitung auf diese wichtige Begegnung zusammengezogen. Einerseits wollte man damit dem am gleichen Wochenende stattfindenden "Zürifäscht", bzw. dem damit erfahrungsgemäss bestehenden Risiko, ausweichen und anderseits wurde nichts versäumt, um die Mannschaft physisch und psychisch optimal auf das folgenschwere Spiel einzustellen.
In der Tat kam es dann zum erwarteten einsatzvollen Kampf zwischen den beiden sich nun bereits kennenden Rivalen. Unter der vorzüglichen Leitung des später weltbekannt gewordenen "Wembley" Schiedsrichter Gody Dienst und einer wiederum über 2’000 Zuschauer zählenden Kulisse entwickelte sich eine harte aber jederzeit faire Partie. In der 25. Spielminute gingen die Thurgauer dank einem unnötigen Handspenalty in Führung. Bis zur Pause vermochten sie diese noch auf 2:0 auszubauen. Den bis zum bitteren Ende aufopfernd kämpfenden Wallisellern gelang es diesmal nicht mehr, die starke und routinierte Arboner Abwehr zu bezwingen, so dass es beim Halbzeitresultat blieb. Für den FC Arbon bedeutete dies die Rückkehr in die 1. Liga, die er im vorangegangenen Jahr verlassen musste. Auffallend war bei beiden Vereinen das mit über 30 Jahren relativ hohe Durchschnittsalter. Offenbar fanden beide Clubs für das Problem der Verjüngung ihrer Teams keine rechtzeitige Lösung. Während Arbon schon nach einem Jahr die 1. Liga erneut verlassen musste, entgingen die Walliseller nach ihrem Höhenflug in der nachfolgenden Saison 1956/57 nur knapp dem Abstieg in die 3. Liga.
Die Gründe für die geschwundene Spielstärke lagen teils wie erwähnt in der Überalterung und verpassten Verjüngung der Mannschaft aber auch in der Abwanderung einiger guter Spieler. Diese Situation konnte leider auch in der nachfolgenden Saison, trotz Trainerwechsel, nicht verbessert werden. Im Jahre 1958 war deshalb der Abstieg in die 3. Liga nicht mehr zu vermeiden. Mit den 5 Saisons 1953 - 58 dauerte diesmal die 2. Ligazugehörigkeit nur 2 Jahre länger als in den Meisterschaften 1947 - 50.
Erwähnenswert ist noch, dass der FC Wallisellen in seinem Erfolgsjahr 1956 ein Freundschaftsspiel gegen ein Team aus Ungarnflüchtigen austrug. Wie bei den meisten damaligen Wettspielen auf der "Wägelwies" erfreute sich auch diese Partie eines grossen Publikumzuspruchs. Erfreulicherweise konnte deshalb am anschliessenden Kameradschaftstreffen ein namhafter Eintritts- und Spendenerlös der örtlichen Ungarnhilfe übergeben werden.
Aufstiegsmannschaft 1961
Vor Beginn der Meisterschaftssaison 1960/61 wurde der Wiederaufstieg in die 2. Liga, die man zwei Jahre vorher verlassen musste, als energisch anzustrebendes Vereinsziel gesetzt. Aus den erfolgversprechenden Nachwuchsspielern sowie einigen wertvollen Neuerwerbungen und verschiedenen tüchtigen Rückkehrern, konnte in der Tat eine schlagkräftige Mannschaft gebildet werden. Als Spielertrainer holten wir unseren Chäppi Stahl zurück, der nach seinem Wegzug beim FC Schaffhausen und beim FC Aarau erfolgreicher Nationalligaspieler wurde. Seine Ablösesumme von Fr. 1`000.-- wurde mit dem zweijährigen (!) Trainerhonorar verrechnet. Für ihn und seinen Bruder Kurt, der zum Erstligaclub Wil gezogen war, mussten wir noch zu je einem Ablösespiel antreten. Im Meisterschaftsrennen erwies sich dieses neugebildete Team als eines der stärksten, über das unser Club bisher verfügt hatte. Mit 30 Punkten aus 16 Spielen und mit über 100 geschossenen Toren wurde es überlegen Gruppenmeister vor dem Nachbarclub Brüttisellen. Mit zwei Eigentoren und einer 3:2 Niederlage beim FC Lachen begannen aber die Aufstiegsspiele nicht sehr verheissungsvoll. Im Heimspiel gegen den dritten Aufstiegsaspiranten FC Altstetten wurde dann aber mit einem 4:1 Sieg die letzte Chance wahrgenommen. Die dritte Partie in dieser Aufstiegspoule in Altstetten verlor Lachen mit 3:2. Die Aufstiegsrunde musste somit wiederholt werden. Diesmal siegte Lachen zu Hause gegen Altstetten 5:3 und unser Club erreichte am 11.6.1961 ebenfalls mit einem 5:3 Erfolg in Altstetten den verdienten Aufstieg in die 2. Liga. Eine Woche später holte sich der FC Turicum mit dem Resultat von 2:4 auf der Wägelwiese den Regionalmeistertitel.
Die Aufstiegsmannschaft musste ohne ihren Goalgetter W. Ingold, der beim FC Zürich sein Glück versuchte, in den Meisterschaftswettbewerb 1961/62. Ende Saison trat auch Chäppi Stahl als Spielertrainer zurück, da seine berufliche Weiterbildung Priorität erhielt. Weitere Spielermutationen liessen schon in der Saison 1962/63 die Relegation leider nicht mehr vermeiden.
Obschon Ende der sechziger und anfangs der siebziger Jahre wiederholte Anstrengungen für einen Wiederaufstieg unternommen wurden, wollte es viele Jahre nicht mehr gelingen. Knapp und erst in den Aufstiegsspielen scheiterte der FC Wallisellen 1968 und 1969 unter dem tüchtigen Spielertrainer Hansruedi Trachsler. Besonders ärgerlich war die unglückliche Niederlage 1969 beim FC Horgen. Die damals wieder einmal neu aufgebaute junge Mannschaft brachte das Kunststück fertig, vom letzten Tabellenplatz am Ende der Vorrunde, ohne einen weiteren Punktverlust bis zum Rückrundenabschluss an die Gruppenspitze vorzustossen.
Aufstiegsmannschaft 1975
Zwölf Jahre nach dem letzten Abstieg war es aber wieder soweit. Trainer W.Klomann gelang 1974/75 dank einer sehr erfolgreichen Meisterschaftsrückrunde, aber doch etwas überraschend, der Wiederaufstieg in die 2. Liga. Eindrücklich war der 0:1 Sieg gegen den FC Industrie auf dem Zürcher Föhrlibuck. Die hartumkämpfte Partie entschied Hanspeter Bützberger kurz vor Spielschluss mit einem prächtigen Kopftor. Industrie holte sich beim dritten Aufstiegskandidaten Affoltern a.A. mit einer 4:2 Niederlage das endgültige Aus im Qualifikationsrennen. Unsere Mannschaft qualifizierte sich hingegen noch mit einem 2:1 Heimsieg gegen Affoltern a.A. für das Regionalfinalspiel gegen den FC Seefeld. Leider überwarf sich Trainer Klomann mit der Clubleitung, weshalb Ende 1975 die Trainerfunktion auf das Tandem A.Corti und M.Sangaletti übertragen wurde. Es zeigte sich, dass der Mannschaft die Zweitligareife fehlte, sodass sie schon nach einem Jahr wieder absteigen musste. Wie immer gab es auch damals wieder viele Experten, die im Nachhinein die Ursachen des Misserfolges ganz genau zu analysieren wussten.
Aufstiegsmannschaft 1986
Mit der Saison 1976/77 begann eine weitere zehnjährige 3. Liga Epoche. In diesem Zusammenhang darf auch auf das Trainerengagement von Oldrich Svab (Ex - GC Trainer) erinnert werden. Als kompetenter Spielertrainer baute er 1976 - 1978 eine vollständig neue Mannschaft auf. Obschon in der Jugendabteilung vielfach gut und engagiert gearbeitet wurde, konnte erst im Sommer 1986 der nächste Wiederaufstieg in die 2. Liga gefeiert werden. Unter dem neuen Spielertrainer Peter Huber machte die grösstenteils aus eigenen Nachwuchsspielern gebildete Mannschaft kontinuierlich grosse Fortschritte. Sein Elan und seine Stürmerqualitäten vermochten Mitspieler und Zuschauer zu begeistern. Mit der kompetenten Unterstützung seiner technischen Helfer Gérard Benkert und Herbert Domeisen steigerte sich die entwicklungsfähige Mannschaft in der Rückrunde bis zur Tabellenspitze. Auch die Aufstiegsspiele zu Hause gegen den FC Horgen 0:0 und auswärts beim FC Schlieren mit einem klaren 1:5 Sieg verliefen erfolgreich, so dass die 2. Liga Qualifikation zum sechsten Mal Tatsache wurde.
Niemand hätte zu Saisonbeginn 1986/87 geglaubt, dass auch das 2. Liga- Abenteuer nur eine Saison dauern würde. Selbst richtige Fachleute bezeichneten unser hoffnungsvolles Team als einen Gewinn für die 2. Liga. Aber wie es schon manchem viel nobleren Club ergangen ist, war auch plötzlich
Aufstiegsmannschaft Saison 94/95
bei uns Sand im Getriebe. Immer mehr liess die Mannschaft ihren Einsatz und ihr Selbstvertrauen vermissen. Plötzlich wurde nicht mehr an die eigene Stärke geglaubt. Nach Profivorbildern wurde ängstlich auf Sicherheit gespielt, und damit wurden die gegnerischen Mannschaften vielfach sichtlich aufgebaut. Geriet die Mannschaft dennoch in Rückstand, reagierte sie wohl heftig, aber meistens überhastet und deshalb erfolglos. So wurden verschiedene wertvolle Meisterschaftspunkte grosszügig verschenkt. Hinzu kam noch die grosse Ausgeglichenheit in der Gruppe. Mit 19 Punkten aus 22 Spielen rangierte der FC Wallisellen bei Saisonende gleichauf mit dem FC Hinwil, während der FC Uster mit 14 Punkten klar abgeschlagen das Tabellenende zierte. Da zwei Mannschaften relegiert wurden, kam es in Schwamendingen zu dem denkwürdigen Entscheidungsspiel gegen Hinwil, das nach einigen Turbulenzen im Umfeld, für unsere Elf verloren ging. In den nachfolgenden Jahren bestritt der FC Wallisellen seine Meisterschaftsspiele in der 3. Liga. Während der Saison 1991/92 drohte fast der Abstieg der ersten Mannschaft. Mit dem neuen Trainer A. Berger erreichte das Team im 1992/93 einen Mittelfeldplatz auf der Schlussrangliste, und endlich in der Saison 1993/94 gelang der Mannschaft der ausgezeichnete 2. Platz. Die Zielsetzung für die Saison1994/95 hiess konkret Aufstieg in die 2. Liga. Nach einer siegreichen Spielrunde war im Frühling 1995 das gesteckte Ziel erreicht. Der FC Wallisellen hat sich unter allen Aufsteigeranwärtern das beste Resultat im Kanton Zürich erspielt.
Nach einer sensationellen Vorrunde in der Saison 1995/1996 lag das Team von Trainer Andy Berger in seiner ersten 2.-Liga-Saison auf dem 2. Platz. Nur dank diesem Punktepolster konnte nach einer schlechten Rückrunde der Klassenerhalt geschafft werden. In der Saison 1996/1997 konnte der erneute Abstieg in die 3. Liga nicht mehr verhindert werden. Daran änderte auch der im Winter vollzogene Trainerwechsel von Kurt Stoller – er hatte im Sommer die Mannschaft von Andy Berger übernommen – zu Ralf Korn nichts. In der Saison 1997/1998 gelang es trotz fast unverändertem Kader nicht, wieder in die 2. Liga aufzusteigen. Im Gegenteil: Ein enttäuschender 7. Platz war die Folge.
Auf die Saison 1998/1999 folgte der Umbruch im Kader. Diverse Spieler wechselten in die Senioren oder die neu gegründete 5.-Liga-Mannschaft. Die Aufgabe von Trainer Ralf Korn bestand darin, ein neues Team aufzubauen. Dies gelang und die Mannschaft belegte am Ende der 3.-Liga-Saison mit 39 Punkten der gute 4. Rang. Nach dem Rücktritt von Ralf Korn aus familiären Gründen übernahm Rolf Herzog das Team, welches in der Saison 1999/2000 aber eine enttäuschende Saison ablieferte und mit 32 Punkten nur auf dem 5. Schlussrang landete. So gab in der Saison 2000/2001 Ralf Korn als Trainer sein Comeback, auf Grund der familiären und beruflichen Belastung teilte er sich das Amt zusammen mit Thomas Maag. Doch auch ihnen gelang es vorerst nicht, das Team weiter nach vorne zu bringen. Es resultierte ein wiederum ein 5. Schlussrang mit 33 Punkten.
In der darauffolgenden Saison musste Ralf Korn in der Winterpause wiederum zurücktreten, die berufliche und familiäre Belastung war zu gross. Thomas Maag führte das Team von nun an in Eigenregie und stellte in der Rückrunde der Saison 2001/2002 von der Mann- auf die Zonendeckung um. Da ein solcher Lernprozess Zeit brauchte, waren die Resultate nicht eben berauschend. Die Saison 2001/2002 beendete das Team als Fünfter (38 Punkte), die Saison 2002/2003 als Siebter (30 Punkte). Es folgte
Mannschaft 2006/2007
die Ablösung der letzten Routiniers, die noch dem damaligen 2.-Liga-Kader angehörten und junge, eigene Spieler wurden in die erste Mannschaft integriert. Umso überraschender war der 3. Schlussrang (39 Punkte) in der Saison 2003/2004, etwas enttäuschend jedoch dann der 6. Schlussrang ein Jahr später (30 Punkte). In der Saison 2005/2006 ging vielen jungen Spielern dann endgültig der Knopf auf. In der Winterpause lag das Team zusammen mit Kloten, Bassersdorf und Niederweningen punktgleich an der Spitze. Zu viele Unentschieden in der Rückrunde verhinderten aber den Aufstieg und die Mannschaft belegte mit 46 Punkten den 4. Schlussrang. Es folgte die Saison 2006/2007, die als eine der erfolgreichsten in die Geschichte der ersten Mannschaft eingehen wird. Nachdem das Team bereits in der Winterpause mit drei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze lag, schaffte es in der siebten Trainersaison von Thomas Mag nach einer starken Rückrunde bereits vier Runden vor Schluss den vielumjubelten Aufstieg in die 2. Liga.
Auch wenn unser Club in seinem 75 -jährigen Bestehen nur während 13 Jahren der 2. Liga angehörte, sind aus unseren Reihen doch schon einige Ausnahme - Talente hervorgegangen. Eine ganze Anzahl hoffnungsvoller Junioren, die nach Ansicht mancher Experten ebenfalls das Rüstzeug zu einer erfolgreichen Fussballer Karriere besassen, vermochten die manchmal etwas hoch geschraubten Erwartungen leider nicht zu erfüllen. Ausser gesundheitlichen und familiären Problemen waren es vielfach die beruflichen Zielsetzungen (Studium und Weiterbildung), die verständlicherweise gegenüber einer ehrgeizigen Fussballerlaufbahn den Vorrang hatten. Sehr schade ist aber, wenn fussballerisch sehr begabte Jünglinge ihre grossen Chancen aus Bequemlichkeit oder anderen charakterlichen Schwächen nicht wahrzunehmen vermögen. Leider ist es öfters auch das ungeeignete Umfeld, welches für das Scheitern manch vielversprechender Karrieren verantwortlich ist. Selbstverständlich gibt es höhere Ziele und Werte, als ein berühmter Fussballer zu werden. Zahlreich sind aber doch auch die Beispiele, in denen mit sportlichen Erfolgen der Grundstein zu späterem Ansehen im beruflichen und gesellschaftlichem Leben gelegt worden ist.
An dieser Stelle soll nun in chronologischer Reihenfolge an einige Walliseller Fussballer erinnert werden, die es zu nationalen und sogar internationalen Ehren gebracht haben.
Toni Pastega 1921 († 2005)
Unsere alten und älteren Clubfreunde mögen sich zweifellos bestens an unseren Toni Pastega, alias "Tschano" erinnern. Seit 1934 war er vom Junior bis zum Veteran aktiver Spieler in sämtlichen Mannschaften des FC Wallisellen. Als technisch auffallender und meistens kaum überhörbarer Regisseur, sorgte er für manchen Höhepunkt im Spielgeschehen unseres Clubs. Unvergessen ist seine Glanzpartie in der Schweizercup-Begegnung mit dem FC Aarau im Jahre 1940. Ebenso war er 1947 entscheidend am Aufstieg in die 2. Liga und im Jahre 1956, bereits 35 jährig am Gewinn des 2. Liga - Regionalmeistertitels in Wetzikon beteiligt. Schon als Junior hatte er 1938 die ersten Einsätze in der Nationalliga-Mannschaft des FC Zürich. Kurzfristig ist er aber dann von seinem verantwortungsbewussten Vater zurückgepfiffen worden, um vorerst einmal seine Automechaniker Lehre abzuschliessen.
Schweizermeister 1944/45 Grasshopper Club Zürich
mit Toni Pastega (knieend, erster von rechts)
Als italienischer Staatsangehöriger wurde er 1942 in den Kriegsdienst eingezogen. Glücklicherweise bot sich Toni dann die Gelegenheit, ins Team von AC Verona aufgenommen zu werden. Die damit verbundene Teilnahme an der Meisterschaft der italienischen Spitzenliga hat ihm wahrscheinlich den nicht sehr erstrebenswerten Fronteinsatz erspart. Kaum wieder in die Schweiz zurückgekehrt, verhalf er dem Grasshopper-Club Zürich, an der Seite der weltberühmten Bickel, Amado, Friedländer usw., zum Schweizermeistertitel 1944/45 der Nationalliga A.
Ein bedauerlicher Beinbruch gegen Lausanne-Sport im Herbst 1945 bedeutete dann das vorzeitige Ende von Toni’s Nationalliga A Laufbahn. Für die Saison 1946/47 kehrte er wieder in unsere damalige Drittligamannschaft zurück und ermöglichte uns sogleich den erstmaligen Aufstieg in die 2. Liga. Fünf Jahre später holte ihn der Nationalliga-B Club Winterthur, wo bereits sein um 12 Jahre jüngerer Bruder Aldo Stammspieler der ersten Mannschaft war. Von 1950 - 1952 bildete dann das Brüderpaar Pastega mit dem Goalgetter Kurt Scheller ein sehr erfolgreiches Stürmertrio. Nach seiner erneuten Rückkehr zum FC Wallisellen gelang 1953 der Wiederaufstieg in die 2. Liga. Seither ist er seinem Stammclub FCW treu geblieben. In den Jahren 1985/87 betreute er zusammen mit seinem Freund Otto Roth unsere D und C Junioren und liess sie von seinem grossen technischen Können profitieren.
Aldo Pastega 1933
Für den Meisterschafts Wettbewerb 1946/47 konnte der FC Wallisellen erstmals eine Junioren B Mannschaft anmelden. Zweistellige Siege im Dutzend liessen bald vermuten, dass in dieser, von Ernst Guyer mit grosser Hingabe betreuten Mannschaft gute Kräfte heranwachsen würden.
B Junioren 1946/48 mit Aldo Pastega (stehend,
dritter von links)
Der herausragende Spieler aus diesem Ensemble war zweifellos Aldo Pastega. Er schoss jeweils Prachtstore in Serie. Beim ersten Auslandspiel unserer 2.- Liga Mannschaft 1947 in Vertova bei Bergamo vermochte der damals 14 jährige Youngster die Tifosi unserer Gastgeber hell zu begeistern. Ebenfalls noch im Juniorenalter von 16 Jahren wurde er ab 1949 Stammspieler beim Nationalliga B - Club FC Winterthur. Wie bereits erwähnt, kam in den Jahren 1950-52 auch noch sein Bruder Toni ins gleiche Team. Während der inzwischen 31 Jahre alt gewordene Toni in der Saison 1952/53 wieder zu unserem Club zurückgekehrt ist, holte die Trainerlegende Karl Rappan den hoffnungsvollen Aldo 1954 zum FC Servette nach Genf. Bis 1959, also während fünf Saisons, spielte er mit diesem Spitzenclub und erlebte dort die eigentlichen Höhepunkte seiner Fussballer - Karriere. In dieser Zeit war er auch ständiges Kadermitglied der schweizerischen Nationalmannschaft. Dabei kam er zu vier Einsätzen in der B - Auswahl und zu sieben Spielen mit der Nationalelf. Von seinen sieben erzielten Toren im Nationaldress erinnern wir uns besonders an jenes, das er in der 11. Minute seines Ersteinsatzes 1956 in Brüssel gegen Belgien schoss. Auf dem Zürcher Hardturm erlebten wir im Oktober 1956 das 1:1 gegen Brasilien (mit Didi, Santos usw.), wobei ein scharfer Schuss Aldos, abgelenkt durch einen brasilianischen Verteidiger, zum Ausgleich führte.
Aldo Pastega in voller Aktion im Nationaldress beim
Länderspiel Schweiz-Holland 2:3 in Lausanne
(Oktober 1956).
Zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde für Aldo auch die Europacup Partie 1956 gegen das glorreiche Real Madrid (mit di Stefano, Santa Maria, Puskas, Gento usw.) vor 120’000 Zuschauern im Bernebeau-Stadion, trotz der 4:1 Niederlage. Nach fünf Jahren beim FC Servette zog es Aldo wieder nach Zürich. Während der Saison 1959/60 spielte er im Grasshopper Club, wo ihm bei der Begegnung mit AC Milan im San Siro das Siegestor zum 2:3 gelang. Schon nach einem Jahr wechselte er aber dann zum Stadtrivalen FC Zürich. Im Letzigrund Team wirkte er von 1960-64 und belegte 1962 den 4. Rang in der Torschützenliste. Zum Karrierenende erlebte er 1964/65 nochmals eine sehr gute Saison als hervorragender Mittelfeldstratege beim FC Luzern.
Aldo Pastega blieb während all den Jahren seiner Nationalliga - Tätigkeit im engen Kontakt mit seinem Stammverein FC Wallisellen. Trotz seiner starken beruflichen Beanspruchung als Vizedirektor im Reiseunternehmen Kuoni, stellte er sich in den Jahren 1984-87 als kompetenter technischer Leiter unserer Juniorenabteilung zur Verfügung. Nach persönlichen Meinungsverschiedenheiten, die wir alle sehr bedauern, ging der stets faire und saubere Sportsmann gegenüber unserem Club verständlicherweise etwas auf Distanz. Wir hoffen aber fest, dass diese Wunden inzwischen vernarbt sind und die gute sportkameradschaftliche Verbindung mit Aldo Pastega weiterhin bestehen bleibt.
Charly Elsener 1934 († 2010)
3. Liga Finalmannschaft 1951/52 mit Charly Elsener
(Kniend mit Ball)
Aus der gleichen Juniorenmannschaft ist neben Aldo Pastega mit Charly Elsener ein weiterer internationaler Spitzenfussballer hervorgegangen. Wegen seiner kleinen Statur wurde er anfänglich als Feldspieler eingesetzt. Mit zunehmender Körpergrösse und nachdem er als Torhüter Ersatz eingeschlagen hatte, wurde er sofort Standard Goali. Im Jahre 1952, also noch im Juniorenalter, hütete er das Tor in unserer Finalmannschaft, welche nach den denkwürdigen Remis - Partien gegen Red Star (1:1) und Industrie (2:2) den Wiederaufstieg in die 2. Liga knapp verpasste.
In der Saison 1953/54 begann Charly Elsener, wie Aldo Pastega, beim Nationalliga B Club FC Winterthur seine Karriere zum späteren Weltklasse Torhüter. Schon nach einem Jahr wechselte er in die Nationalliga A zum Grasshopper Club Zürich, wo er massgeblich zum Gewinn des Schweizermeistertitels 1955/56 beitrug. In der Folge wurde Charly quasi zum "Torhüter-Legionär" im eigenen Land. Seine weiteren Nationalliga - Stationen in den Jahren 1958 bis zu seinem Rücktritt als 34-Jähriger im Jahre 1968 waren: La Chaux-de-Fonds 1958/59, nochmals FC Winterthur 1959/60 und wiederum Grasshopper Club 1960/63, FC Grenchen 1963/65, Lausanne Sports 1965/66 und FC Luzern 1966/68.
Auf die grössten und schönsten Erfolge darf Charly Elsener bei seinen 34 Nominationen als Torhüter der Schweizer Nationalmannschaft, in den Jahren 1958 - 1966 zurückblicken. Sowohl an den Weltmeisterschafts Endrunden 1962 in Chile wie auch 1966 in England (wo auch eine Anzahl FCW Junioren und Senioren live mitfieberten) wurde er von den internationalen Fachjournalisten als einer der weltbesten Torhüter bezeichnet.
Charly Elsener bei einem seiner 34 Länderspiele
Diese Qualifikation deckt sich mit dem Urteil von Fussball Professor und langjährigen Natitrainer Karl Rappan. Auf die Frage seiner Wunschmannschaft äusserte er sich einmal: "Als Tormann würde ich Karl Elsener den Vorrang geben vor allen anderen Hütern, die ich bei mir gesehen habe. Er war äusserst reaktionsschnell mit aussergewöhnlichen grossen körperlichen Qualitäten. Hervorragend war sein Sprungvermögen und sein Mut. Wenn`s wirklich darauf ankam, war er immer in Form!". Dieses Zeugnis eines wirklichen Fachmannes und dessen Wahrheitsbeweis mit dem nachstehenden Bild einer Prachtsparade aus dem Jahre 1960, dürfte Charly National mehr freuen, als manch neidische und unkompetente Kritik, die es auch damals schon gegeben hat. Er steckte aber auch diese ein, wie seine unhaltbaren und sehr wenigen haltbaren Tore, ohne grosses Lamento und die Hände zu verwerfen, wie dies heute bei so vielen Goalis Mode geworden ist.
Ausser diesen drei Ausnahmekönnern sind aber aus dem FC Wallisellen auch noch weitere gute Fussballer hervorgegangen, denen leider der ganz grosse Durchbruch nicht oder vielleicht noch nicht gelungen ist. Wir denken dabei vor allem an unseren lieben Chäppi Stahl, 1934, der aus den eigenen Junioren zum besten Stürmer unserer Mannschaft der Jahre 1951-57 und 1960-62 geworden ist. Mit seinen vielen sehenswerten Toren brachte er unseren Anhang immer wieder ins Schwärmen. Als unersetzlichen Spieler verhalf er uns zum Wiederaufstieg in die 2. Liga und 1956 zum Regionalmeistertitel in dieser Spielklasse. Nach vierjähriger Nationalliga B-Praxis in Winterthur, Schaffhausen und Aarau führte er als Spielertrainer den FC Wallisellen in der Saison 1960/61 zum dritten Mal in die 2. Liga zurück. Sein berufliches Weiterbildungsprogramm zwangen dann unseren sympatischen Kameraden, sportlich etwas kürzer zu treten.
In den letzten Jahren konnten wir aus unseren Junioren immer wieder vielversprechende Talente in die regionalen Jugendauswahlmannschaften delegieren. Bis zu den nationalen Auswahlteams haben es bisher einzig die heute noch aktiven Stefan Schlumpf (nach einigen vielversprechenden Nationalliga A - Einsätzen beim FCZ) und Manfred Hinder (FC Brüttisellen Nati B) gebracht.Wir wünschen diesen jungen Spielern weiterhin eine erfolgreiche Karriere und hoffen, dass bei uns bald ein neues Nachwuchstalent auftaucht.
Die ersten Junioren des FC Wallisellen
Zur Zeit unserer Clubgründung im Frühjahr 1921 umfasste der regionale Fussballverband des Kantons Zürich einschliesslich Schaffhausen, d. h. der heutige FVRZ, lediglich ca. 30 Clubs. Nur wenige dieser Vereine verfügten damals über eine Jugendorganisation mit separaten Juniorenmannschaften, die eigene Wettspielkonkurrenzen austrugen. Meistens nahmen die Spieler im Juniorenalter am Wettspielbetrieb für Aktivmannschaften, d.h.an deren Freundschafts-, Cup- und Meisterschaftsspielen sowie an den beliebten Turnierveranstaltungen teil. Auch bei unserem FC Wallisellen war dies im ersten Jahrzehnt seines Bestehens nicht anders. Verschiedene Gründer aktive mussten oder wollten dann aber in den dreissiger Jahren ihre sportliche Tätigkeit, altersbedingt oder aus anderen Gründen (beruflicher oder gesundheitlicher Art), etwas einschränken. Zudem wurden schon damals besonders gute Spieler von höherklassigen Clubs aus der näheren und weiteren Umgebung stark umworben und nicht selten mit attraktiven Angeboten weggelotst. Einige fortschrittliche Clubfreunde machten sich deshalb zur Aufgabe, das akute Nachwuchsproblem wirksam und langfristig zu lösen. Sie hatten festgestellt, dass immer mehr im Schul- oder Lehrlingsalter stehende Fussballer auf dem jederzeit frei benützbaren Sportplatz "Oberwiesen" ihre Mätschli austrugen. Ihren fachmännischen Augen war auch nicht entgangen, dass sich unter diesen jungen Spielern der Baumgartner-, Blickensdorfer- und Müller-Brother`s usw. eine ganze Reihe überdurchschnittlicher Talente befanden. Die Chance wurde von unseren verdienten Clubförderern Dr. Wagner, M.Stiefel, K.Liebich, O.Covi usw. genutzt und die Gründung einer Juniorenmannschaft in die Wege geleitet.
Erste Juniorenmannschaft FC Wallisellen 1934
Die Realisierung dieses Vorhabens erforderte verschiedene grössere Anstrengungen unserer initiativen Vorkämpfer. Die damalige schwierige Wirtschaftslage, sowie die noch vorhandenen Vorurteile gegen den Fussballsport im allgemeinen und unseren Club im besonderen, erschwerten die Neubildung einer Juniorenabteilung. In vielen Elterngesprächen musste Aufklärungsarbeit geleistet werden, und auch die finanziellen Probleme (Tenue und Materialanschaffungen usw.) waren beträchtlich. Im Jahre 1934 war es dann aber soweit, dass man die neugebildete und eingekleidete Mannschaft erstmals in einem Freunschaftsspiel gegen die "routinierte" Juniorenelf des Nachbarclubs SV Seebach antreten liess. Es gab einen überzeugenden Startsieg, über dessen Höhe jedoch heute bei den seinerzeitig Mitwirkenden und den damaligen Augenzeugen keine einheitliche Aussage vorliegt. Nach dieser geglückten Eröffnungsvorstellung und einigen weiteren Freundschaftspartien wurden die FCW Junioren zur erstmaligen Teilnahme an der kantonalzürcherischen Meisterschaft 1934/35 angemeldet.
Kantonalzürcherische Meisterelf der Jahre
1935 - 1937
Auf Anhieb eroberte diese Mannschaft den stolzen Meistertitel. Dieser Erfolg liess in den Fussballerkreisen aufhorchen, wurden doch in jenem Wettbewerb unter anderem auch die reputierten Nachwuchsmannschaften der Nationalliga Clubs von Grasshoppers, FC Zürich, Blue Stars und FC Winterthur hinter sich gelassen. In der Tat bereitete dieses Team seinen Gründern und Betreuern, aber auch dem immer zahlreicher gewordenen Walliseller Publikum recht viel Freude. Die kaum veränderte Mannschaft vermochte in den nachfolgenden zwei Saisons 1935/36 und 1936/37 den Meisterschaftssieg zu wiederholen und damit den betreffenden Wanderpokal endgültig zu erobern. Leider wurde diese harterkämpfte Trophäe anlässlich einer Metallsammlung während des letzten Weltkrieges auf dem Altar des Vaterlandes geopfert.
Mannschaft am "Luzerner Kickersturnier 1937"
Ausser den drei Meistertiteln, die diese Junioren der Jahrgänge 1917 - 21 in nahezu unveränderter Formation errungen hatten, ist noch ein weiterer Erfolg bei den aktiv und passiv dabei gewesenen in bester Erinnerung geblieben. In Anerkennung wurde der FC Wallisellen als dreimaliger Kantonalmeister zur Teilnahme am ehemals berühmten Juniorenturnier der Luzerner Kickers eingeladen. Unsere Provinzelf wurde bei dieser Veranstaltung mit glänzenden Leistungen zum Favoritenschreck und grossen Publikumsliebling. Nach einer etwas unglücklichen Niederlage in der Vorschlussrunde gegen die Junioren des FC Winterthur, errangen unsere Walliseller dann im kleinen Final gegen den FC Burgdorf den grossartigen 3. Rang bei 36 teilnehmenden Mannschaften. Diesen Erfolg haben auch zahlreiche (per Velo!) aus Wallisellen angereiste Fans miterlebt und die Strapazen auf dem Heimweg durch das Sihltal vergessen lassen.
Die Gründung der Juniorenabteilung im Jahre 1934 erwies sich in der Folge als wichtiger Markstein in der sportlichen Entwicklung des Fussball Clubs Wallisellen. Hauptsächlich dank der Verstärkungen aus den Reihen dieser ehemaligen Junioren, gelang unserer ersten Aktivmannschaft in der Meisterschaftssaison 1937/38 der erstmalige Aufstieg in die 3. Liga und später auch in die 2. Liga.
Die zweite Juniorengeneration
Mit Jünglingen der Jahrgänge 1917 - 20 konnte damals eine erfolgversprechende Mannschaft zur Teilnahme an der kantonalen Meisterschaft gemeldet werden. Von 1935 - 37 vermochte dann auch diese Talentelf den Meistertitel dieses Wettbewerbs zu erringen. Nach dem Uebertritt der älteren und besten Spieler, vorwiegend in die erste Mannschaft, verminderte sich verständlicherweise das Leistungsniveau der Walliseller Nachwuchsmannschaft. Die nachfolgende Spielergeneration der Jahrgänge 1921 - 24 wies vorerst natürlich noch nicht die Spielstärke ihrer Vorgänger auf. Wegen der vorangegangenen Erfolge wurde die neugebildete Mannschaft aber gleichwohl einer Gruppe mit den stärksten Juniorenteams zugewiesen. Logischerweise hatten deshalb Siege Seltenheitswert. Diese wurden dann dafür auch immer gebührend verschwellt. Mehrheitlich gab es aber Niederlagen zu verdauen, was uns der unvergessliche Juniorenleiter Jakob (Köbi) Rinderknecht jeweils mit einer gespendeten Runde Süssmost erleichterte. Auch wenn damals ein Fünfliber zur Zahlung der Zeche ausreichte, wussten seine Schützlinge die noble Geste immer zu schätzen.
Mit fortschreitender Spielpraxis erreichte dann aber diese neugebildete Juniorenmannschaft allmählich eine beachtliche Spielstärke. Ohne das Leistungsvermögen ihrer Vorgänger ganz zu erreichen, hielten sich doch bald einmal die Anzahl Niederlagen und Siege die Waage. Anfänglich zeigten sich die Fortschritte vorwiegend in kämpferischer Hinsicht, was unserer Elf bei einigen verweichlichten Stadtclubs den wenig schmeichelhaften Ruf einer Holzermannschaft eintrug. Offensichtlich hegten diesbezüglich öfters auch die Schiedsrichter gewisse Vorurteile gegenüber uns Provinzler. Fairerweise muss aber zugegeben werden, dass die meisten der vielen gegen unsere Mannschaft gepfiffenen Penalties schon ihre Berechtigung hatten, waren doch unsere damaligen Verteidiger wahrlich keine Freunde von Traurigkeit. Aber auch in spielerischer Hinsicht reifte die Mannschaft sukzessive heran. Zunehmend stellten sich Siegesresultate ein, wie es im Vorjahr mit umgekehrten Vorzeichen erzielt wurden. Zum Höhepunkt wurde im Herbst 1938 der 1:12 Kantersieg beim FC Zug.
Mannschaft am Juniorenturnier in Zug 1938
Die Reise ins "entfernte" Zug war allein schon ein Erlebnis, wie es für die heutigen Junioren die traditionelle Pfingstreise ins Ausland bedeutet. Ausnahmsweise beteiligte sich die Clubkasse mit 50% an den Reisekosten, was bei einigen Zartbesaiteten bereits Gewissensbisse hinsichtlich des Amateurstatus auslöste. Das folgende Bild zeigt die Mannschaft vor dem zweistelligen Auswärtssieg in Zug.
Die ersten B Junioren
Die Kriegsjahre 1939-45 bewirkten einen Stop in der Entwicklung des nationalen und internationalen Fussballsports. Auch unser Club litt damals unter den erschwerten Bedingungen bei der Ausübung seiner administrativen und sportlichen Tätigkeit. Länger oder kürzer dauernde, militärisch bedingte Absenzen von Aktiven und Funktionären, behinderten immer wieder eine kontinuierliche Aufbauarbeit des FC Wallisellen. Dies war besonders bedauerlich, weil wir gerade zu dieser Zeit über eine überdurchschnittlich starke und junge erste Mannschaft verfügten. So konnte sie im Jahre 1940 nach dem denkwürdigen Finalsieg um den Drittliga-Regionalmeister in Wädenswil nicht in die zweite Liga aufsteigen. Infolge der aussergewöhnlichen Verhältnisse wurden sämtliche Promotionen in eine höhere Spielklasse sistiert.
B-Junioren 1946-49
Leider war der FC Wallisellen damals nicht in der Lage, über eine gut funktionierende Juniorenabteilung zu verfügen. Als dann aber nach Kriegsende unsere erste Mannschaft wieder erfolgreich im Meisterschaftsbetrieb mitmischte, erwachte auch unsere Juniorenbewegung aus ihrem Dornröschenschlaf. Dank intensiver Werbetätigkeit und individueller Aufklärungsarbeit bei zahlreichen Eltern gelang es, für die Saison 1946/47 erstmals eine Mannschaft für die vom kantonalen Fussballverband neu gebildete B Juniorenklasse anzumelden. Ähnlich wie die seinerzeitigen Gründungsjunioren aus dem Jahre 1934, erwiesen sich auch diese neuen B-Junioren als eine wahre Talentmannschaft. Bereits im zweiten Jahr ihres Bestehens wurde sie in den Saisons 1947/48 und 1948/49 jeweils Gruppenerste und Vizeregionalmeister. Aussagekräftig sind dabei ihre Ranglistenergebnisse:
1947/48 12 Spiele, 23 Punkte und 75 : 9 Tore.
1948/49 8 Spiele, 16 Punkte und 50 : 8 Tore.
Stolz sind wir, dass aus diesem Team mit Aldo Pastega und "Chratzerli" Karl Elsener zwei spätere Nationalspieler hervorgegangen sind. Ganz grosse Verdienste um diese Mannschaft hat sich der langjährige Juniorenleiter Ernst Guyer erworben. Als väterlicher Freund und vielseitiger Organisator hat er seine Boys betreut und geführt.
A-Junioren 1947- 49
A - Junioren 1947 - 49
Es ist verständlich, dass die 1947, nach einjährigem Unterbruch wieder neu entstandene A-Mannschaft etwas im Schatten der besonders erfolgreichen B-Junioren stand. Wenn sie auch nicht ganz die spielerische Substanz der Pastega, Elsener, Stricker, Ebneter usw. aufwies, war sie aber doch für den FCW nicht weniger wertvoll. Verschiedene ihrer Spieler vermischten sich später zwangsläufig mit den ehemaligen B-Junioren und bildeten gemeinsam den willkommenen Nachwuchs der verschiedenen Aktivmannschaften. Aber auch mit den erzielten Resultaten durften sich die A-Junioren der Jahrgänge 1929-31 durchaus sehen lassen. Schon 1948 reichte es zum dritten und 1949 sogar zum zweiten Tabellenplatz in ihrer Meisterschaftsgruppe. Leider fehlt auf dem Mannschaftsbild der umsichtige und zuverlässige Leiter und Betreuer Armand Born. Dieser hat sich nicht nur um den FCW Nachwuchs sehr verdient gemacht, er hat auch als mehrjähriger Spikochef sowie als mutiger Motionär im Jahre 1953 für den Sportplatz Wägelwiese unsere Ehrenmitgliedschaft wahrhaft zu Recht erworben.
Während die ersten beiden Juniorengenerationen 1934-1938 ihre Meisterschaftsspiele noch in einer einzigen ungeteilten Kategorie austrugen, wurde diese 1946 um die Altersklasse "B" der 13-15 jährigen ergänzt. Später erfolgte sukzessive eine weitere Ausdehnung auf immer jüngere Jahrgänge. Heute umfasst der Juniorenspielbetrieb die Altersklassen A - F, d. h. vom 6. - 19. Altersjahr. Mit dem ständigen Ausbau der Juniorenbewegung sind zwangsläufig auch die Aufgaben und die Verantwortung für die Clubleitung immer grösser geworden. In den Anfängen betreute ein einziger Funktionär den gesamten Spiel und Trainingsbetrieb der Junioren. Die heutige Juniorenabteilung umfasst 10 am Meisterschaftsbetrieb teilnehmende Teams mit ca. 150 Junioren. Die Organisation und Betreuung dieser Nachwuchsabteilung besorgt die Juniorenkommission. Unter Leitung des dem Vereinsvorstand angehörenden Obmannes umfasst diese einen Trainer und Betreuerstab von über 20 Personen. Es ist erfreulich, dass die von umserem Club erbrachten Leistungen zum Wohle unserer Jugend in zunehmendem Masse, die Anerkennung und Unterstützung in der öffentlichkeit und bei den Gemeindebehörden finden.
Seit dem 62 jährigen Bestehen der FCW-Junioren walteten 19 Juniorenobmänner und eine Obfrau (Margrit Bosshart 1992/94) ihres Amtes. Allen diesen verdienstvollen Funktionären sei auch an dieser Stelle für ihre uneigennütze Mitarbeit im Interesse unseres Clubnachwuchses recht herzlich gedankt. Viele dieser altgedienten Idealisten spendeten öfters, trotz ihren eigenen beschränkten Möglichkeiten, manche Runde Süssmost zum Trost bei erlittenen Niederlagen oder als Lohn für schwererkämpfte Siege. Nicht selten genossen sie auch das väterliche Vertrauen eines einsamen Schutzbefohlenen. Ohne die von jedem Einzelnen erbrachten Leistungen schmälern zu wollen, darf sicher speziell auf das Wirken des im Jahre 1966 allzufrüh verstorbenen Juniorenleiter Rolf Voigt hingewiesen werden. Mit grossem Elan und persönlichem Einsatz prägte er eine besonders rege Tätigkeit mit den ihm anvertrauten Junioren. Seiner Initiative sind die zu Beginn der sechziger Jahre aufgenommenen und seither gepflegten internationalen Kontakte zu verdanken. Daraus entwickelten sich regelmässige Zusammentreffen mit den Sportfreunden aus Oberrad (b/Frankfurt), Odder (Dänemark) und Neuhof-Fulda. In wechselnder Reihenfolge werden seither von diesen befreundeten Clubs alljährlich internationale Juniorenturniere organisiert. Diese nun schon seit Jahrzehnten durchgeführten Traditionsanlässe haben unseren ehemaligen Junioren und ihren Betreuern schon viele unvergessliche Erinnerungen und kameradschaftliche Beziehungen vermittelt. Bis 1986 wurde im Gedenken an die grossen Verdienste um die Juniorenbewegung das traditionelle Rolf Voigt Turnier organisiert. Im Sinne des Geehrten beteiligten sich dabei die konkurrierenden Clubs jeweils mit Mannschaften verschiedener Alterskategorien.
Die Junioren des FCW erlebten in ihrer nun schon über 60 jährigen Geschichte manche Hochs und Tiefs. Neben den anderweitig geschilderten Einzelheiten, wären noch eine Vielzahl von Ereignissen wie, die Lagererlebnisse in Frutigen, Tenero, Les Verriéres, Pontresina usw., sowie die vielen Reisen und Turnierteilnahmen zu erwähnen. Auch an die erfolgreichen 80er Jahre erinnern wir uns gerne, als die A-, B- und C-Junioren der Elitenklasse und die D und E Teams der ersten Stärkeklasse angehörten.
Hinter all diesen Aktivitäten stecken sehr viel Arbeit, Freizeitopfer und Herzblut zahlreicher Funktionäre und BetreuerInnen. Hierfür sind wir dankbar und stolz.
Erste Seniorenmannschaft 1938
Nachdem die Clubgründer des Jahres 1921 schon recht bald für die Bildung einer Juniorenmannschaft besorgt waren, zeigten sie kurz darauf ebenfalls ihr Interesse für den Seniorenfussball. Die alten Kämpen kamen langsam in die Jahre. Sie hatten aber gleichwohl das Bedürfnis etwas für ihre Gesundheit zu tun und gleichzeitig die Kameradschaft zu pflegen. Hierzu bildet der vom Fussballverband organisierte Altherrenfussball die willkommene Gelegenheit. Im Jahre 1938, also noch vor Ausbruch des letzten Weltkrieges trafen sich eine Anzahl "Ehemaliger" zu einem ersten Freundschaftstreffen auf der "Oberwiese" gegen die Senioren des SV Seebach. Zwei "Minderjährige" mussten damals die noch bestehenden Lücken in der Mannschaftsaufstellung schliessen. Bis Ende der 40 er Jahre beschränkte sich die Mitwirkung am Seniorenspielbetrieb auf mehr oder weniger regelmässig ausgetragene Freundschaftsspiele. Anfangs der 50 er Jahre beteiligten sich die Blau/Weissen unter ihrem Obmann Vater Dubs erstmals an der regionalen Seniorenmeisterschaft.
Seniorenmannschaft 1940
Der altersmässig bedingte Übertritt zahlreicher Aktiven aus der erfolgreichen 2. Liga-Mannschaft 1953-1956 war dann der effektive Beginn einer bis heute anhaltenden, intensiven Wettspieltätigkeit der Senioren. Während bei den Junioren laufend jüngere Jahrgänge in den Spielbetrieb eingegliedert wurden, dehnte sich der Altherrenfussball in der entgegengesetzten Richtung aus. Die ursprünglich für die 30 bzw. 32 jährigen reservierte Seniorenkategorie wurde später um die Veteranenklasse ab 40 Jahre erweitert. Seither nehmen unsere Senioren praktisch immer und mit wechselndem Erfolg, am Meisterschaftsbetrieb beider Altersklassen teil. öfters konnten unsere Mannschaften zu Saisonende den traditionellen Gruppenmeister - Schinken abholen. Etwas weniger oft fand dafür der Fairness - Salami den Weg nach Wallisellen. Dass es auch hier manchmal heiss zuging beweist ein Schiedsrichter-Rapport von einem Senioren-Meisterschaftsspiel aus dem Jahre 1957: "In der 67. Minute verwies ich MK (Ehrenmitglied des FCW d.R.) wegen Reklamieren vom Platz. Er drohte mir, er werde mich nach dem Spiel über den Hag werfen. Von diesem Moment an hatte ich Ruhe auf dem Spielfeld!".
Seniorenmannschaft 1975
Neben der gesundheitsfördernden sportlichen Betätigung vermittelt die Mitwirkung in der Seniorenabteilung wertvolle kameradschaftliche Beziehungen. Diese werden neben den regelmässigen Meisterschaftsspielen insbesondere auch bei den verschiedenen Spezialanlässen wie Auslandreisen, Turnierbeteiligung und Familienabende intensiv gepflegt.
Zahlreiche Berichte in unserem Cluborgan "Der Glattstar" zeugen vom lebhaften Betrieb in der Seniorenabteilung. Erwähnenswert an dieser Stelle ist sicher auch der Sieg am gutbesetzten Veteranen Turnier 1968 in Luzern.
Für den Stammverein ist die Seniorenabteilung von ganz grosser Bedeutung. Rekrutieren sich doch aus diesem Kreis immer wieder wertvolle Mitarbeiter und Funktionäre, die der Club unbedingt zur Bewältigung seiner vielfältigen Aufgaben benötigt.
Im Sinne dieses ständigen Gebens und Nehmens sehen wir die Bedeutung des richtig verstandenen Seniorensportes.
Cupresultate der 1. Mannschaft des FC Wallisellen von 1938 bis 2008. Mehr...
 
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